Der Deutschlandfunk sendete am 06.12. 2009 in der Reihe „Kulturfragen“ ein Interview mit Dirk Baecker, Inhaber des Lehrstuhls für Kulturtheorie & –analyse an der Friedrichshafener Zeppelin-Universität. Diesem gelingt es in dem knapp 25-minütigen Gespräch, die Dynamik des Zusammenhangs von gesellschaftlicher Ausdifferenzierung und den „Katastrophen“ beim Auftritt neuer Hauptverbreitungsmedien zu skizzieren (Überschusssinn); insofern kann die Sendung auch als kompakte Vorstellung und Einführung in das Thema Baeckers 2007er Veröffentlichung „Studien zur nächsten Gesellschaft“ behandelt werden.
Ausgehend von der These, dass Niklas Luhmanns „Gesellschaft der Gesellschaft“ nicht nur als Denkmal der Moderne (und damit: der Buchdruckgesellschaft) zu verstehen sei, sondern gleichsam als Ankündigung der Notwendigkeit des Nachdenkens über die kommende Gesellschaftsform (die Computergesellschaft), thematisiert Baecker rezente Debatten um Schlagworte wie Informationsoverload, Multitaskingkompetenz, Schwarmintelligenz oder auch moderne Kunst. Im Rückgriff auf die medienkulturellen bzw. kulturtheoretischen Thesen Marshall McLuhans und Niklas Luhmanns schlägt der Soziologe vor, die Funktion des Computers ernst zu nehmen und Kommunikation nicht mehr primär über sondern vielmehr mit Computern zu begreifen. Dem Internet komme dabei eine besondere Rolle zu: Mit der neuen Unterscheidung online/offline müsse zukünftig immer gerechnet werden.
Das Interview findet sich zum Nachhören (für mindestens fünf Monate) im Audio-on-Demand-Programm des Deutschlandfunks.
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