Intelligenz als Medium

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Wir ha­ben zu frü­he­ren Zeit­punk­ten die Funk­ti­ons­weise sym­bo­lisch ge­ne­ra­li­sier­ter Kom­mu­ni­ka­ti­ons­me­dien aus­führ­lich be­spro­chen 1, so dass an die­ser Stelle von ei­ner wei­te­ren Ein­füh­rung in ihre Funk­tion und Aus­dif­fe­ren­zie­rung ab­ge­se­hen wer­den kann. Die ent­schei­den­den Fra­gen, die sich jetzt stel­len, lauten:

  • Wie kön­nen die Kom­mu­ni­ka­tio­nen des Er­zie­hungs­sys­tems ge­gen­über den Kom­mu­ni­ka­tio­nen sei­ner Um­welt dif­fe­ren­ziert werden?“
  • Wie kann das Er­zie­hungs­sys­tem nach­hal­tig zu er­zie­he­ri­scher Kom­mu­ni­ka­tion in An­be­tracht ih­rer Un­wahr­schein­lich­keit mo­ti­vie­ren, ohne auf fremde Me­dien wie Macht, Liebe, Glau­ben oder Geld zu­rück­grei­fen zu müs­sen?“ 2

Wir hat­ten zu­letzt mit Dirk Ba­ecker und Tal­cott Par­sons In­tel­li­genz als eine sym­bo­lisch ge­ne­ra­li­sierte Ver­fü­gung über Wis­sen be­grif­fen. Ba­ecker setzt die­sen Vor­schlag in Luh­manns Kon­text der Zu­rech­nungs­kon­stel­la­tion sym­bo­lisch ge­ne­ra­li­sier­ter Kom­mu­ni­ka­ti­ons­me­dien und kommt zu dem Er­geb­nis, dass „Kom­mu­ni­ka­tion im Me­dium der In­tel­li­genz [dann ei­ner­seits] hieße […], Se­lek­tio­nen des Han­delns selbst und dar­über hin­aus ei­ner Pro­blem­wahr­neh­mung und mög­li­cher­weise ei­ner Pro­blem­lö­sung als sol­che, das heißt im Hin­blick auf ihre be­ab­sich­tigte oder auch un­will­kür­li­che An­ge­mes­sen­heit hin vor­zu­schla­gen und zu be­ur­tei­len“ 3 und an­de­rer­seits „[…] dies so zu tun, dass die Chance der Re­pro­duk­tion ei­ner sol­chen Kom­mu­ni­ka­tion, das heißt die Chance des Fin­dens von An­schluss­kom­mu­ni­ka­tio­nen glei­chen Typs, eher steigt als sinkt.“ 4 Kom­mu­ni­ka­tion im Me­dium der In­tel­li­genz ver­braucht In­tel­li­genz nicht nur, son­dern stellt sie in Folge als Me­dium für wei­tere Kom­mu­ni­ka­tion wie­der zur Verfügung.

Die­ses Kon­zept be­inhal­tet weit­rei­chende struk­tu­relle Fol­gen, die Ba­ecker de­tail­liert aus­ge­ar­bei­tet hat und die ich, sei­ner Of­ferte fol­gend, hier kurz zu­sam­men­fas­sen möchte (wenn auch in leicht mo­di­fi­zier­ter Abfolge):


Ers­tens. Wo lie­gen die Gren­zen der Er­zie­hung, wie kann Er­zie­hung de-finiert wer­den? In der mo­der­nen Sys­tem­theo­rie Luhmann’scher Prä­gung ent­schei­det die harte Bi­när­co­die­rung über die Wahr­schein­lich­keit der Aus­dif­fe­ren­zie­rung ei­nes Funk­ti­ons­sys­tems mit ei­ner spe­zi­fi­schen Grenz­zie­hung. Ba­ecker schlägt die Dif­fe­renz Wissen/Nichtwissen als bi­nä­ren Code der In­tel­li­genz vor. In­tel­li­genz er­for­dert da­mit auch die Re­fle­xion des ei­ge­nen Nicht­wis­sens, denn nur so kann Wis­sen über­haupt dis­kri­mi­niert wer­den. 5 Je­des Wis­sen oder Nicht­wis­sen kann so zum Thema der Er­zie­hung wer­den, im­mer aber in den strik­ten Gren­zen der Er­zie­hung: Die Spei­se­karte wird nicht mit der Mahl­zeit verwechselt.


Zwei­tens. Leh­rer und Schü­ler kön­nen sich glei­cher­ma­ßen in­tel­li­gent ver­hal­ten (oder auch nicht). Beide kön­nen von­ein­an­der ler­nen, d.h. die vor­ge­schla­gene Kon­zep­tion un­ter­läuft klas­si­sche Rol­len­asym­me­trien des „an­stalts­ar­ti­gen (also zwin­gen­den)“ Ler­nens. 6 Schü­ler kön­nen sich ge­gen­sei­tig hel­fen und be­wer­ten (peer re­views) und Leh­rer als die häu­fig ge­for­der­ten Mo­de­ra­to­ren fun­gie­ren. Auch in Prü­fungs­si­tua­tio­nen lässt sich mit Hilfe der neu ge­won­nen Dif­fe­renz Wissen/Nichtwissen ope­rie­ren: Es kann „[…] tem­po­rär mit­hilfe der Kom­mu­ni­ka­tion ei­ner Rol­len­asym­me­trie (Prüfer/Prüfling) eine Dif­fe­renz von Wis­sen und Nicht­wis­sen aus­ge­flaggt [wer­den].“ 7.


Drit­tens. Die Un­ter­schei­dung Wissen/Nichtwissen for­mu­liert gleich­sam ei­nen Prä­fe­renz­code, das heißt, dass Wis­sen und Ler­nen Nicht­wis­sen be­zie­hungs­weise Nicht­ler­nen in der Re­gel vor­ge­zo­gen wer­den. Wir ha­ben es hier­bei mit ei­nem Re-Entry zu tun, dem Wie­der­ein­tritt des Codes in sei­nem Po­si­tiv­wert. Dies re­sul­tiert un­ter an­de­rem in ei­ner beid­sei­ti­gen Mo­ti­vie­rung 8: Schü­ler wis­sen was sie ler­nen sol­len, Leh­rer, was sie prü­fen kön­nen. Da­mit wir­ken auf ei­ner funk­tio­na­len Ebene die Se­man­ti­ken der „Mo­ra­l­er­zie­hung“, der Un­ter­wer­fung oder der all­seits um­trie­bige „päd­ago­gi­sche Eros“ als an­ge­mes­sen de­plat­ziert. 9 Die Ein­füh­rung des Bi­när­codes ge­stat­tet die Tech­ni­sie­rung des Sys­tems: Das Kreu­zen zwi­schen Wis­sen und Nicht­wis­sen wird er­leich­tert; auf Ebene der Be­ob­ach­tung zwei­ter Ord­nung kann Wis­sen des Schü­lers zum Nicht­wis­sen wer­den (bei­spiels­weise mit Blick auf noch zu er­fül­len­den An­for­de­run­gen für das be­vor­ste­hende Ab­itur) oder das Nicht­wis­sen zum Wis­sen („Jetzt, da ihr Kon­zept xy ver­stan­den habt, ist es nur ein klei­ner Schritt zu Kon­zept yz…“). „Nicht­wis­sen wird für Leh­rer wie für Schü­ler zum An­lass von Er­zie­hung, die al­ler­dings nicht beim Wis­sen en­det, son­dern erst bei der Fä­hig­keit, das er­wor­bene Wis­sen wie­derum im Hin­blick auf das darin ent­hal­tene Nicht­wis­sen zu be­ob­ach­ten und die Frage zu stel­len, ob und wo wei­tere Er­zie­hungs­an­ge­bote Sinn ha­ben.“ 10


Vier­tens. So­bald die Tech­ni­sie­rung qua Eta­blie­rung ei­nes Bi­när­codes ein hin­rei­chend schnel­les Kreu­zen der Grenze zwi­schen Wis­sen und Nicht­wis­sen er­laubt, kann das Ler­nen selbst in den Blick ge­ra­ten. Wie ler­nen und leh­ren an­dere Schü­ler und an­dere Leh­rer? Mit Hilfe wel­cher Ver­fah­ren und Mit­tel ge­lingt Ler­nen bes­ser? Das selbst­re­fle­xive Mo­ment for­dert und för­dert die Um­stel­lung von in­halts– zu me­tho­den­ori­en­tier­tem Ler­nen. Be­ob­ach­tung zwei­ter Ord­nung tas­tet die Be­ob­ach­tun­gen ers­ter Ord­nung ab, wir spre­chen vom Ler­nen des Ler­nens. Das neue ge­won­nene Me­dium und der da­mit ein­her­ge­hende Bi­när­code er­laubt dies für Schü­ler wie Lehrer.


Ex­kurs: ePort­fo­lios. An die­ser Stelle müs­sen wir das erste Mal ex­pli­zit (e)Portfolios in den Blick neh­men und die lau­fende Er­ör­te­rung da­mit kurz un­ter­bre­chen. Das Schlag­wort er­freut sich in den re­zen­ten er­zie­hungs­wis­sen­schaft­li­chen Kom­mu­ni­ka­tio­nen gro­ßer Be­liebt­heit, dient da­bei aber als La­bel für eine recht he­te­ro­gene Menge ver­schie­de­ner Kon­zepte. Grund­sätz­lich mag für un­se­ren Kon­text gel­ten: (e)Portfolios die­nen pri­mär der Re­fle­xion und Steue­rung des in­di­vi­du­el­len Lern­pro­zes­ses. Hier­für ist eine Do­ku­men­ta­tion er­reich­ter Lern­ziele und ihre kri­ti­sche Ana­lyse un­ab­ding­bar; durch die mit­lau­fende (Selbst-) Be­ob­ach­tung sind Mo­di­fi­ka­tio­nen des Lern­pro­zes­ses (Aus­wahl der Lern­ziele, Lern­weg) je­der­zeit mög­lich und ge­wünscht. Ne­ben dem in­halt­li­chen Wis­sen wer­den so auch über­ge­ord­nete Kom­pe­ten­zen ver­mit­telt (Re­fle­xion, De– und Re­kon­struk­ti­ons­kom­pe­ten­zen, Dar­stel­lung etc.). Dem­ent­spre­chend kön­nen die Für­spre­cher des Port­fo­lio­ein­sat­zes an Schu­len und Hoch­schu­len im Ge­gen­satz zu sog. „klas­si­schen“ Bil­dungs­kon­tex­ten eine ganz­heit­li­chere Be­trach­tung und Be­wer­tung des Kom­pe­tenz­auf­baus für sich re­kla­mie­ren. 11 Den Schü­lern soll der Aus­tausch ih­rer Be­ob­ach­tun­gen und Ar­bei­ten un­ter­ein­an­der er­mög­licht wer­den, um von­ein­an­der pro­fi­tie­ren zu kön­nen. „Nutzer(innen) kön­nen im Nach­hin­ein ih­ren ei­ge­nen Wis­sens­zu­wachs Re­vue pas­sie­ren las­sen, was für Pro­jekt­ar­beit […] wich­tig ist. In die­sem Sinne ist „ePort­fo­lio“ eine Me­thode für selbst­ge­steu­er­tes Ler­nen, die durch ge­eig­nete Soft­ware un­ter­stützt wird.“ 12

Diese erste An­nä­he­rung an den Be­griff mag zu­nächst aus­rei­chend sein. Der enge Zu­sam­men­hang zwi­schen Ba­eckers Vor­schlag und ei­ner pra­xis­ori­en­tier­ten An­wen­dung des Kon­zepts via (e)Portfolioarbeit soll hier­mit ex­pli­zit an­ge­deu­tet wor­den sein: Wenn Wis­sen und Nicht­wis­sen als eine Form mit zwei Sei­ten be­grif­fen und be­han­delt wird, kann die Angst vor dem Nicht­wis­sen auf­ge­ge­ben wer­den: Es kann ein In­ter­esse an Feh­lern ent­wi­ckelt wer­den, „[…] nicht als An­halts­punkte für Kor­rek­tur­be­darf, son­dern als Anahlts­punkte für die Be­ob­ach­tung ei­ner Pra­xis, die ihre ei­ge­nen Gründe ha­ben mag. Kom­mu­ni­ka­tion ist ebenso Um­gang mit Nicht­wis­sen wie lau­fen­der [!] Ver­such der Feh­ler­ver­mei­dung.“ 13


Fünf­tens. Das ePort­fo­lio, so wie im Ex­kurs skiz­ziert, kann also die Funk­tion ope­ra­tio­na­li­sier­ter Pro­gramme er­fül­len. Pro­gramme re­geln die spe­zi­fi­sche Or­ga­ni­sa­ti­ons­form der Er­zie­hung (Schule und ihre Form, Klas­sen, Prü­fun­gen und Lern­ord­nun­gen etc.). Sie ste­hen im Ge­gen­satz zum Code prin­zi­pi­ell zur Dis­po­si­tion: „Sie kön­nen aus­ge­wech­selt wer­den, um neue und an­dere For­men der Zu­rech­nung er­zie­he­ri­scher Kom­mu­ni­ka­tion auf Wis­sen und Nicht­wis­sen zu er­pro­ben.“ 14 Dass Fra­gen der Or­ga­ni­sa­tion von Ler­nen ers­ter und zwei­ter Ord­nung hier­hin ge­hö­ren, macht Sinn: Eben weil Pro­gramme dis­po­si­tio­nal sind, kann (der Päd­agoge er­gänzt: und muss) hier ex­pe­ri­men­tiert wer­den. Wel­cher Zu­stand von Wissen/Nichtwissen kann in wel­cher Form am sinn­volls­ten ver­mit­telt wer­den? „Diese Ver­mitt­lung hat es im­mer mit min­des­tens zwei Fäl­len zu tun, mit dem Ken­nen­ler­nen des Sach­ver­halts und mit dem Sich-selber-Kennenlernen des Ler­nen­den […].“ 15


Sechs­tens. Wir wol­len an die­ser Stelle noch ein­mal den mo­ti­va­tio­na­len As­pekt auf­grei­fen, der oben be­reits an­ge­schnit­ten wor­den ist. Ba­ecker be­zeich­net Kom­mu­ni­ka­tion im Me­dium der In­tel­li­genz im­mer dann als at­trak­tiv für In­di­vi­duen, „[…] wenn sie ihre ei­ge­nen Er­fah­run­gen von und Er­leb­nisse mit kom­pe­ten­ten Ver­hal­ten und kom­pe­ten­tem Den­ken be­stä­tigt oder zu­min­dest im Ver­gleich mit die­sen Er­fah­run­gen und Er­leb­nis­sen nicht allzu dra­ma­tisch ent­täuscht.“ 16 Es kann folg­lich zur Er­zie­hung im­mer dann mo­ti­viert wer­den, „[…] wenn es ge­lingt, be­stimm­ten Per­so­nen ein Nicht­wis­sen na­he­zu­le­gen und ih­nen An­ge­bote zur Kom­pen­sa­tion die­ses Nicht­wis­sens durch Wis­sen zu ma­chen. In die­sem Mo­ment wür­den diese Per­so­nen im Me­dium der In­tel­li­genz kom­mu­ni­zie­ren […].“ 17


Die er­zie­he­ri­sche Auf­gabe be­steht also im Be­reit­stel­len ei­nes hin­rei­chend of­fe­nen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­me­di­ums, das zu­lässt, An­re­gun­gen und Ent­täu­schun­gen der Schü­ler Form­bil­dung zu er­mög­li­chen und diese gleich­sam de­zent ab­tas­tend auch zu re­gis­trie­ren in der Lage ist. In ei­nem quasi sym­bio­ti­schem Ver­hält­nis sollte die Mo­di­fi­ka­tion des Ver­hält­nis­ses von Wis­sen und Nicht­wis­sen lau­fend be­ob­ach­tet wer­den (kön­nen). In glei­cher Weise soll­ten auch ent­spre­chende Pro­gramme eta­bliert werden:

Das (e)Portfolio ist be­reits vor­ge­schla­gen worden.


An­mer­kun­gen

  1. Vgl. die Ar­ti­kel „Sym­bo­lisch ge­ne­ra­li­sierte Kom­mu­ni­ka­ti­ons­me­dien“, „Co­die­rung“ so­wie all jene Bei­träge, die mit „Kom­mu­ni­ka­ti­ons­me­dium“ ver­schlag­wor­tet wor­den sind.
  2. Dies er­scheint für Päd­ago­gen (und An­ti­päd­ago­gen!), wie BAECKER, Erziehung im Me­dium der In­tel­li­genz, in: EHRENSPECK, Yvonne, LENZEN, Die­ter (Hg.): Be­ob­ach­tun­gen des Er­zie­hungs­sys­tems. Sys­tem­theo­re­ti­sche Per­spek­ti­ven, 2006, S. 37, an­merkt, sehr at­trak­tiv zu sein.
  3. BAECKER, Er­zie­hung, S. 39.
  4. Ebd.
  5. Auch hier liegt, wie sollte es an­ders sein, ein Pa­ra­dox zu Grunde: „Nicht­wis­sen [ist also] selbst eine Form des Wis­sens und je­des Wis­sen [ist] zu­gleich ein Nicht­wis­sen“, schreibt BAECKER, Er­zie­hung S. 42, treff­si­cher. Im Kon­text des schu­li­schen Un­ter­richts spielt diese Pa­ra­do­xie je­doch eine un­ter­ge­ord­nete Rolle, da sie sich os­zil­lie­rend in der Zeit auf­lö­sen lässt. Die Ein­heit der Dif­fe­renz zu be­ob­ach­ten, mag mit DERRIDA Sinn für den Phi­lo­so­phie­un­ter­richt ma­chen (Kon­se­quent muss dann wie­der der Sinn der Frage be­grif­fen wer­den, d.h. der Sinn der nächs­ten Un­ter­schei­dung – aber las­sen wir das hier…). Die Frage, wel­che Im­pli­ka­tio­nen diese Tat­sa­che für das Kon­zept des lifelong learning hat, sei an die­ser Stelle zu­rück­ge­stellt. Für die Ar­beit mit Lern­ta­ge­bü­chern oder (e)Portfolios kann die­ser Punkt von zen­tra­ler Be­deu­tung sein – wir wer­den dar­auf zu­rück kom­men.
  6. Vgl. BAECKER, Er­zie­hung, S. 40.
  7. Ebd., S. 42.
  8. Zur Ver­tie­fung des mo­ti­va­tio­na­len As­pek­tes vgl. un­ten, sechs­ter Ab­schnitt
  9. Wir wol­len sol­che Kom­mu­ni­ka­tio­nen fortan dort be­las­sen, wo sie hin­ge­hö­ren: In Kir­chen, der Po­li­tik oder der Liebe. Wenn Er­zie­her ver­ste­hen, dass es in Bil­dungs­ein­rich­tun­gen um das Pro­zes­sie­ren von Wis­sen und Nicht­wis­sen geht und nicht um Macht­de­mons­tra­tio­nen oder ver­fehlte Lie­bes­be­weise, wäre viel ge­won­nen.
  10. BAECKER, Nie wie­der Ver­nunft, Hei­del­berg 2008, S. 348.
  11. Vgl. HORNUNG-PRÄHAUSER, Ve­ro­nika, GESER, Gun­tram u.a. (Hg.): Di­dak­ti­sche, or­ga­ni­sa­to­ri­sche und tech­no­lo­gi­sche Grund­la­gen von E-Portfolios und Ana­lyse in­ter­na­tio­na­ler Bei­spiele und Er­fah­run­gen mit E-Portfolio-Implementierungen an Hoch­schu­len, Salz­burg 2007, S. 16. Hier on­line im In­ter­net (Stand: 3. März 2009).
  12. REICH, Sieg­fried, MELLINGER, An­dreas (Hg.): „So­cial Skills“ durch „So­cial Soft­ware“. Er­wei­tert die Ver­wen­dung neuer Internet-Technologien in Lehr-, Lern– und Wis­sens­pro­zes­sen auch so­ziale Kom­pe­ten­zen? Salz­burg 2006, S.67. Hier on­line im In­ter­net (Stand: 3. März 2009).
  13. BAECKER, Ver­nunft, S. 351.
  14. BAECKER, Er­zie­hung, S. 47.
  15. BAECKER, Ver­nunft, S. 352.
  16. BAECKER, Er­zie­hung, S. 48.
  17. BAECKER, Ver­nunft, S. 345.

Kommentare

  1. Markus sagt:

    Das gibt es ja nicht. Der (ich muss ja schon fast sa­gen) Ar­ti­kel liest sich rich­tig gut. Wenn Du so wei­ter­machst, liest man dem­nächst ei­nen Plön­ges Text und kei­nen Hä­cker Text mehr in der PE!
    WIllst Du den nicht ir­gendwo ein­sen­den? Oder mal dei­nen gan­zen Blog? Zu ir­gend­ei­ner wis­sen­schaft­li­chen Zei­tung, oder so? Surf doch mit auf der Welle des ePort­fo­lio Booms.
    Lei­der kann ich nicht über Ba­ecker mit­re­den, des­halb eine Frage: Ba­ecker schlägt vor das ePort­fo­lio zu nut­zen, um „pri­mär der Re­fle­xion und Steue­rung des in­di­vi­du­el­len Lern­pro­zes­ses“ zu die­nen. Aber wie soll denn, laut Ba­ecker, das Wis­sen in ert­ser Li­nie an den Schü­ler ge­bracht wer­den? Wie lernt der Schü­ler das, wo­drü­ber er dann mit Hilfe des ePort­fo­lios re­flek­tie­ren soll?
    Mir Ge­fällt der Ge­danke der Au­to­po­ie­sis der Intelligenz.

  2. Sebastian sagt:

    Hallo Mar­kus,

    danke für die Blu­men. Zu dei­ner Frage: Ba­ecker for­dert ja erst ein­mal nur ein hin­rei­chend of­fe­nes Kom­mu­ni­ka­ti­ons­me­dium. Als all­ge­meins­tes (eben sym­bo­lisch ge­ne­ra­li­sier­tes) Kom­mu­ni­ka­ti­ons­me­dium schlägt er, wie oben an­ge­deu­tet, In­tel­li­genz vor: Schü­ler (und halt auch Leh­rer) sol­len durch Kom­mu­ni­ka­tion im Me­dium In­tel­li­genz die Ver­ar­bei­tung der Dif­fe­renz von Wis­sen und Nicht­wis­sen er­ler­nen: Also Ler­nen ler­nen. Dazu muss der Päd­agoge at­trak­tive Kom­mu­ni­ka­ti­ons­an­ge­bote aus­brei­ten. Wie der in­di­vi­du­elle Schü­ler dann am bes­ten lernt, sich Wis­sen an­eig­net, ist eine an­dere Frage.

    Hier kom­men die sog. „Pro­gramme“ ins Spiel, ge­wis­ser­ma­ßen die „tat­säch­li­chen“ Ab­läufe im Un­ter­richt. Ich schlage das ePort­fo­lio vor. Der Vor­teil der Pro­gramme ist, dass mit ih­nen ex­pe­ri­men­tiert wer­den kann. Fron­tal­un­ter­richt ist ebenso ein Pro­gramm wie Port­fo­lio­ar­beit — die Frage, die sich stellt, ist: Wel­che Form ist ge­eig­net, um päd­ago­gi­sche Kom­mu­ni­ka­tio­nen auf die neue Leit­dif­fe­renz Wissen/Nichtwissen zu­rech­nen zu können?

    Und ich ver­mute (nein, ich bin mir si­cher), dass die Ar­beit mit ePort­fo­lios eine sol­che Zu­rech­nung erleichtert.

  3. Meine Be­ob­ach­tung: Durch die Be­ob­ach­tun­gen der Ler­nen­den und Leh­ren­den wird es mög­lich Schlüsse zu zie­hen und dem­ent­spre­chend die In­tel­li­genz zu nut­zen, um Ver­än­de­run­gen ein­zu­lei­ten.
    Der Aus­tausch Lernende-Lehrende kann Ent­wick­lung be­deu­ten — dazu ist es aber un­ab­ding­bar, dass die Leh­ren­den sich be­ob­ach­ten (diese Kom­pe­tenz wei­ter­ge­ben…) und ent­spre­chende Ver­hal­tens­än­de­run­gen generieren…

  4. Daniel sagt:

    Hui, ein (wei­te­res) Blog über Sys­tem­theo­rie. Wieso bin ich erst jetzt drauf ge­sto­ßen? Werde mir mal in Ruhe ein paar Bei­träge durch­le­sen, bin sehr gespannt!

    Viele Grüße, Daniel

  5. Sebastian sagt:

    @Alexander: Ich gebe dir Recht. Ein ge­ne­ra­li­sier­tes Me­dium er­leich­tert ge­nau das ungemein!

    @Daniel: Sys­tem­theo­re­ti­sche Pro­mi­nenz! „Herz­lich will­kom­men“, schreibe ich da ein­fach mal. Ich lege dir, mit Blick auf dein Zettelkasten-Projekt, ins­be­son­dere den Ein­trag zu „study.log“ ans Herz; es han­delt sich da­bei um ein di­gi­ta­les Ma­te­rial­or­ga­ni­sa­ti­ons­sys­tem, das wir an der Uni Ham­burg ent­wi­ckeln. Viel­leicht kennst du es so­gar? Syn­er­gie­ef­fekte? Wie dem auch sei: Viel Spaß beim Stöbern.

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