Lebenslauf als Perspektive

lebenslauf1

In ver­gan­ge­nen Bei­trä­gen wurde Luh­manns Kon­zept des Le­bens­lau­fes als Me­dium der Er­zie­hung vor­ge­stellt, pro­ble­ma­ti­siert und mit Blick auf seine Eig­nung als sym­bo­lisch ge­ne­ra­li­sier­tes Kom­mu­ni­ka­ti­ons­me­dium des Er­zie­hungs­sys­tems zu­guns­ten des Vor­schla­ges von Dirk Ba­ecker, In­tel­li­genz als Me­dium der Er­zie­hung zu be­grei­fen, ver­wor­fen. Ich bin den­noch der fes­ten Über­zeu­gung, dass das Kon­zept des Le­bens­lau­fes päd­ago­gisch an­schluß­fä­hig ist — wenn auch nicht ex­akt dort, wo Luh­mann es in sei­nem Theo­rie­de­sign pla­cie­ren wollte. Auf Ebene der prin­zi­pi­ell dis­po­ni­blen Pro­gramme lässt sich der Le­bens­lauf un­ter nä­her zu be­stim­men­den Kon­di­tio­nen sehr ef­fi­zi­ent ar­bei­ten; zu­vor muss je­doch wie­der et­was be­griff­li­che Grund­la­gen­ar­beit ge­leis­tet wer­den, um im An­schluss un­sere sys­tem­theo­re­ti­schen Be­ob­ach­tun­gen mit dem ge­gen­wär­tig ak­tu­el­len Dis­kurs über die Im­ple­men­tie­rung von ePort­fo­lios im Rah­men des (hoch-)schulischen Unterrichts[1. Ich teste die Nut­zung von ePort­fo­lios mo­men­tan in dop­pel­ter Hin­sicht: Ei­ner­seits als Tu­tor an der Seite von Tors­ten Meyer im Rah­men ei­nes Bachelor-Moduls am Fach­be­reich Er­zie­hungs­wis­sen­schaft der Uni Ham­burg, an­de­rer­seits ge­wis­ser­ma­ßen im Selbst­ver­such als Teil­neh­mer an Chris­tina Schwal­bes Se­mi­nar „Know­ledge For­ma­tion“. Das ePort­fo­lio ist in mein zwei­tes Web­log „Lau­fende Be­ob­ach­tun­gen“  in­te­griert und of­fen zu­gäng­lich.] syn­chro­ni­sie­ren zu können. 


Gra­fik: Screen­shot aus study.log.


Kommentare

  1. Holger Rösler sagt:

    Ich hasse Le­bens­läufe. Wa­rum muss ich ei­nem Ar­beit­ge­ber ver­ra­ten wer ich bin?
    Ich kann es ver­ste­hen das sie das wis­sen wol­len. Aber trotz­dem. Man fühlt sich hilf­los und ausgeliefert.

  2. Sebastian sagt:

    Hallo Hol­ger,

    Luh­mann hatte si­cher nicht den kon­ven­tio­nel­len ta­bel­la­ri­schen Le­bens­lauf im Sinn, der zu Be­wer­bungs­zwe­cken ei­nem Ar­beit­ge­ber vor­zu­wei­sen ist. Eher geht es um ein sehr all­ge­mei­nes Me­dium für das Er­zie­hungs­sys­tem, das das Ein­schrei­ben neuer und er­neu­er­ter For­men er­laubt, eine fort­lau­fende (Selbst-) Do­ku­men­ta­tion der Reise durch die Er­zie­hungs– bzw. Bil­dungs­in­sti­tu­tio­nen, gewissermaßen.

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