Während im Netz-Feuilleton noch der Jargon der hier kürzlich diskutierten 15 Thesen Dirk Baeckers Gegenstand wortgewaltiger Kritik ist, die Form der Kritik ihrerseits Kritik erfährt (vgl. ebd., Kommentar-Abschnitt) und das wiederum eine ganze Kaskade kontroverser Kommentare und Beobachtungen nach sich zieht (die ihrerseits durchaus von Interesse sind, weil sie unter diesen Laborbedingungen von Internetkommunikation eine ebenso exemplarische wie präzise Soziologie des Konflikts erlauben1 – dabei aber nur noch indirekt mit den Thesen selbst zu tun haben), legt Dirk Baecker noch einmal nach und erhöht auf nunmehr 16 Thesen zur nächsten Gesellschaft.
Interessanterweise hat der Nachrücker, im Dokument eingereiht als Nummer 10, die Erziehung zum Gegenstand:
(10) Die Erziehung der nächsten Gesellschaft bleibt ratlos. Sie verlässt sich auf eine Zweiseitenform, der gemäß wichtig nur sein kann, was nicht in der Schule vorkommt.
Im Kontext der übrigen Thesen nachzulesen hier.
Bemerkenswert – und möglicherweise unerwartet – ist auf den ersten Blick die anhaltende Bedeutung von Schule für die Erziehung der Computergesellschaft. Aufschlussreich und „zukunftsfähig“ (im Sinne der Überschrift von Baeckers Thesenpapier) stellen sich dann Fragen nach Möglichkeiten projektförmiger Erweiterung der dargelegten Zweiseitenform – hin zu einem produktiven Umgang mit Formen selbst. Darauf wird beizeiten zurückzukommen sein.
Abbildung:
Ausschnitt aus „Ten Thousand Miles of the Yangtze River“, unbekannter Urheber. Quelle: Wikipedia.
Anmerkungen
- Eine Auswahl:
- Stefan Schulz (Sozialtheoristen): Das Internet und die Privatmeinung des Einzelnen (14.06. 2011).
- Klaus Kusanowsky (differentia): Die Struktur der modernen Arroganz. Ein Beitrag zur Trollforschung (14.06. 2011).
- Thorsten Breustedt (Thorstena.de): Digitale Grenzgänger/Boulevard VII (13.06. 2011). ↩
