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»They shall not pass…«
Closed Access, Elsevier und die Jagd nach Reputation.

»At the risk of stating the obvious, we in the academic community create the ideas in our papers. We write the papers. We typeset the papers. We review the papers. We proofread the papers. We accept or reject the papers. We electronically archive and distribute the papers. If commercial publishers once played an essential role in this process, today their role is mostly to own the copyrights and to collect money from the universities.«
– Scott Aaronson

Der folgende Artikel wird so oder ähnlich im nächsten KVV »Medien & Bildung« erscheinen, das Titelthema heisst diesmal »Zugänge«. Weil das Thema Open Access nun schon seit einiger Zeit vehement diskutiert wird, möchte ich die Chance nutzen und den Artikel hier vor Druck zur Diskussion stellen. Er geht von folgenden Fragen ausWas bewegt Forscherinnen und Forscher dazu, die Dokumentation ihrer Arbeitsergebnisse in Form von Artikeln wissenschaftlichen Verlagen entgeltfrei zu überlassen und dabei in der Regel jegliche Verwertungsrechte an ihren eigenen Texten zu verlieren (sie also anschließend nicht einmal auf ihren privaten Homepages oder denen ihrer Institute veröffentlichen dürfen)? Zwei Faktoren dürften eine tragende Rolle spielen: die unhinterfragte Pflege akademischer Publikationstraditionen einerseits und andererseits das Streben nach individueller Reputation durch Veröffentlichungen in besonders renommierten Magazinen. Was aber bewegt Forscher, dieses lange Zeit wenig hinterfragte Verfahren plötzlich auszusetzen oder sich sogar mit Hilfe eines öffentlichen Boykott-Aufrufs dagegen zur Wehr zu setzen?

 

Am 23. Januar 2012 publiziert der Mathematiker Tyler Neylon auf der Seite thecostofknowledge.com seinen Boykottaufruf gegen die wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Elsevier. Der gewählte Gegner ist exemplarisch, es hätte theoretisch auch Springer, Wiley-Blackwell oder einen anderen der großen Verlage treffen können – Elsevier wurde vom Mathematiker und vielen seiner Kollegen allerdings als Spitze des Eisbergs, als »worst offender« wahrgenommen: 12.627 Forscher (Stand: 25.08.2012) schlossen sich seitdem seinem Versprechen an, künftig nicht mehr als Autor, Gutachter oder Herausgeber für die Journale der Verlagsgesellschaft tätig zu werden. Auch die amerikanische Harvard-Universität folgte dem Aufruf: ihre Bibliotheken könnten die jährlichen Kosten in Höhe von 3,75 Millionen Dollar für den Bezug der Wissenschaftsjournale nicht länger aufbringen. Die Lage in Deutschland ist ähnlich: nach Schätzungen der Deutschen Bibliotheksstatistik flossen im letzten Jahr Steuergelder in einer Größenordnung von circa 200 Millionen Euro an Verlage wie Elsevier. Die Universitäten zahlen also de facto doppelt und dreifach für die Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung. Zunächst finanzieren sie die Forscher selbst, dann kaufen sie über ihre Bibliotheken Forschungsergebnisse in Form wissenschaftlicher Journale zurück und – wenn sie Pech haben – auch noch solche Ergebnisse, die sie eigentlich gar nicht benötigen: Denn die Verlage bieten viele renommierte und daher stark nachgefragte Journals mittlerweile nur noch in so genannten »Bundles« an; in Abonnement-Paketen also, die das Bestellen nicht nachgefragter und häufig nutzloser Magazine notwendig machen.
All das mag irrsinnig klingen, aber der Irrsinn hat Prinzip. Der ökonomische Kalkül dahinter ist schnell erkannt: Im Prinzip wird ein hinreichend verfügbares Gut wie Wissen künstlich verknappt, indem Zugangsbedingungen durch notwendige Bezahlung reguliert werden.

 

Erste Funktion: Verbreitung von Forschungsergebnissen

Magazine (stapelweise)

Worin heutzutage genau der Mehrwert der Verlagstätigkeit besteht, ist unklar. In historischer Perspektive war das Verfahren der Wissenschaftsverlage plausibel und gerechtfertigt: Die zitierfähige Publikation wissenschaftlicher Kommunikation hat in erheblichem Maße zur Ausdifferenzierung des Wissenschaftssystems als solchem beigetragen. Die traditionelle Produktion wissenschaftlicher Publikationen war dabei mit hohen ökonomischen Kosten verbunden: für den Maschinensatz, den Druck und nicht zuletzt auch für den Vertrieb der Druckerzeugnisse. Dass es sich bei wissenschaftlichen Artikeln in der Regel nicht um stark nachgefragte Bestseller handelt, tut sein übriges – hohe Preise waren die folgerichtige Konsequenz solcher Produktionsbedingungen.1
Diese haben sich im Zuge der Verbreitung digitaler Medien allerdings radikal geändert: Autoren setzen ihre Artikel mit Hilfe von Textverarbeitungsprogrammen und liefern nicht selten auch die benötigten Abbildungen oder Diagramme; Druck- und Vertriebskosten sind rückläufig, weil mehr und mehr Journale in elektronischer Form bestellt werden. Kurz: Die akademische Routinen und Konventionen erhalten ein Preisniveau der Print-Ära aufrecht, das unter Bedingungen fortschreitender Digitalisierung so nicht mehr zu rechtfertigen ist. Eine referenzierbare Verbreitung von Forschungsergebnissen kann heute ohne Nachteile wesentlich kostengünstiger gewährleistet werden. Warum gelingt es Verlagen wie Elsevier dennoch, die Nachfrage ihrer Produkte aufrecht zu erhalten?

 

Zweite Funktion: Verteilung von Prestige und Reputation

»Reputation wird in erster Linie an Autoren verliehen, also an Personen. Aber auch […] Verlage […] können davon profitieren – profitieren gleichsam im Mondlicht der Reputation, die zunächst ihren Autoren, Teilnehmern usw. zukommt.«
– Niklas Luhmann, Die Wissenschaft der Gesellschaft, Frankfurt/Main 1992, S. 250.

Die Lektüre wissenschaftlicher Veröffentlichungen muss per se als unwahrscheinlich begriffen werden, in Anbetracht stetig steigender Publikationszahlen und schnellllebiger Disziplinen mehr denn je. Umso bedeutender ist die doppelte Funktion wissenschaftlicher Magazine als Filterinstanz sowie für den Reputationserwerb in der Fachöffentlichkeit. Erstere trennt die wichtigen von den unwichtigen Publikationen, letztere sichert die Möglichkeit künftiger Publikationschancen, Zugang zu finanziellen (Dritt-)Mitteln und damit am Ende auch die Möglichkeit erfolgreicher akademischer Karrieren.
Die Nachfrage nach Reputation ist höher denn je (es ist schon die Rede von Jungwissenschaftlern als »publish-or-perish entrepreneurs«2) und sie muss als entscheidender Antriebsmoment für den Wettbewerb um Platzierungen in den renommiertesten Publikationen gelten: Deren Prestige überträgt sich auf ihre Autoren und andersherum – beide Parteien sichern sich wechselseitig in einer nahezu symbiotischen Beziehung das Überleben auf höchsten Reputationsniveau. Ihre Parallelwährungen heissen Impact Factor und Citation Rank.
Durch diese Messgrößen wird wissenschaftliche Qualität suggeriert – und Qualitätssicherung ist das am häufigsten angeführte Argument für die Preispolitik der Wissenschaftsverlage; es ist wohl auch das letzte und gewichtigste. Dem tun übrigens auch Berichte über Zitationszwänge zur Steigerung des Impact Factors von Elsevier-Veröffentlichungen oder als Artikel getarnte Werbetexte für Pharmakonzerne (wie etwa Merck im Jahr 2002) keinen Abbruch. Im Gegenteil: der Handel mit dem beschränkten Zugang boomt. Die Gewinnmargen sind bemerkenswert, Elsevier vermeldete jüngst Umsatzrekorde (vgl. etwa den jüngsten Geschäftsbericht vom 26.07.2012. Letzter Abruf am 25.08.2012).

Wir sind mit einer bedenklichen Situation konfrontiert: Die öffentliche Zugänglichkeit, die für die Entstehung und das Florieren moderner Wissenschaft so bedeutend war, wird derzeit systematisch verhindert. Die Folgen solcher Dysfunktionalitäten wurden am schönsten vielleicht von David Simon auf den Punkt gebracht, in seiner von 2002 bis 2008 in den USA ausgestrahlten TV-Serie »The Wire«.3
Der Drehbuchautor beschreibt am Beispiel der Stadt Baltimore mit nahezu soziologischer Präzision den Aufbau und die Aufrechterhaltung systemischer Strukturen und Routinen, die gemessen an den offiziellen Selbstbeschreibungen des jeweiligen Systems (Simon dekliniert die Problematik für Polizei, Gewerkschaften, Politik, Erziehung und Journalismus durch) nicht nur kurzschlüssig, sondern langfristig sogar schädlich sind. Weil sie sich aufgrund von Wiederholung und operativer Blindheit (gewissermaßen als „geheime Lehrpläne“) institutionell festschreiben und in Folge dessen etwa für organisationsinterne Karrierechancen relevant werden. Ein Beispiel: Je weniger Morde das Baltimore Police Department entdeckt, desto geringer ist das Risiko, dass ungeklärte Fälle die wöchentlich evaluierten »ComStat«-Aufklärungsrankings verunzieren – und letztere sind maßgeblich für Beförderungen innerhalb der Organisationshierarchie.

The Wire (Season 1)

Simon zeigt auch, dass es sich lohnt, sich gegen solche »Mechanismen der Verdummung«4 zur Wehr zu setzen – indem nach offizieller Maßgabe schädliche Strategien verfolgt werden, die sich de facto und eingedenk der latenten Dysfunktionalität der Systeme am Ende für die Aufrechterhaltung ihrer Funktionalität einsetzen (etwa durch die Schaffung von Freiräumen für „real policework“) und so seriöses Arbeiten jenseits des nervösen Schielens auf die benötigten Aufklärungszahlen, Testpunkte, Umfragewerte oder eben auch Reputationsgewinne überhaupt erst wieder möglich machen.

Was bedeutet dies für die Frage nach dem öffentlichen Zugang zu Forschungsergebnissen? Ohne Geringschätzung der historischen Leistungen wissenschaftlicher Verlage erteilen die Elsevier-Boykotteure dem Geschäftsmodell des Verlags eine einheitliche Absage. In Hinblick auf denkbare Alternativen herrscht weniger Einigkeit:

»Some people would like to see the journal system eliminated completely and replaced by something else more adapted to the internet and the possibilities of electronic distribution. Others see journals as continuing to play a role, but with commercial publishing being replaced by open access models. Still others imagine a more modest change, in which commercial publishers are replaced by non-profit entities such as professional societies […] or university presses; in this way the value generated by the work of authors, referees, and editors would be returned to the academic and scientific community.« (The Cost of Knowledge, S. 4)

Die unterschiedlichen Szenarios schließen sich nicht notwendig aus. Der technisch-distributive Aspekt ist allerdings nicht das schwerwiegendste Problem; geeignete technische Möglichkeiten stehen bereits zur Verfügung. Die Problematik ist basaler: Das Internet ist wesentlich mehr als ein neuer Distributionsapparat.5

Es ist, streng genommen, auch nicht die Profitorientierung von Verlagen wie Elsevier, die die Wissenschaft bedroht – an was sollten sich marktwirtschaftliche Akteure orientieren, wenn nicht an Profiten? Es ist die kurzschlüssige Präferenz für quantifizierbare Reputation, die das quasi-oligarchische Gebahren der großen Verlage überhaupt erst möglich macht. Die entscheidende Frage, die über den künftigen Erfolg oder das Scheitern bei der Etablierung alternativer Publikationsformen entscheidet, dürfte lauten: Gelingt es im digitalen Medium, die Orientierungs- und Legitimationsfunktion durch Reputationsgewinne aufrecht zu erhalten? Oder ein funktionales Äquivalent dazu zu etablieren?
Es braucht also ein neues Verfahren, das über die Qualität von Forschung Auskunft gibt, ohne dabei auf Kurzschlüsse zurückzufallen. Wissenschaftler haben seit einiger Zeit begonnen, mit den Möglichkeiten des digitalen Mediums zu experimentieren. Potentiell neue Formen wissenschaftlicher Kommunikation in Weblogs, Wikis etc. werden als Spannungen erzeugende Testsonden begriffen – unter Reputationsgesichtspunkten zugegebenermaßen mit bislang bestenfalls bescheidenen Erfolgen.
Das kann nicht verwundern. Es stellen sich weitreichende Fragen: Ist der vielfach für tot erklärte Autor (hier als Agent der Kopplung zwischen wissenschaftlichen und ökonomischen Akteuren durch die Printjournale und Bücher6 der Wissenschaftsverlage) eine zukunftsfähige Zurechnungsgröße? Mögliche Folgen für das historisch kontingente Konzept von Autorschaft sind unabsehbar – und möglicherweise sind die zukünftigen Umwälzungen katastrophaler, als derzeit abzusehen ist. All das spricht nicht dagegen, sich für die Freiräume einzusetzen, die ein Ausprobieren neuer Formen möglich machen. Dazu ist der Protest gegen die Verdummungsmechanismen und die Unbedingtheit ernsthafter Wissenschaft unverzichtbar. Die Entfernung künstlicher Zugangsbeschränkungen ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung.

Die britische Regierung erklärte übrigens im Juli 2012 dass alle Resultate einer aus öffentlicher Hand finanzierten Forschung bis 2014 per Open Access zugänglich sein sollen.

»The open access movement: Putting peer-reviewed scientific and scholarly literature on the internet. Making it available free of charge and free of most copyright and licensing restrictions. Removing the barriers to serious research.«
– Peter Suber, Open Access News

Weiterlesen:

  • Aaronson, Scott: Review of »The Access Principle« by John Willinsky, online verfügbar unter: http://www.scottaaronson.com/writings/journal.pdf (letzter Abruf: 25.08. 2012).
  • Ahrens, Sönke: Blickdehnübungen für emanzipierte Zuschauer. Die Lehren von »The Wire«, in: Zahn, Manuel; Pazzini, Karl-Josef (Hg.): Lehr-Performances. Filmische Inszenierungen des Lehrens, Wiesbaden 2011, S. 163 – 173.
  • Bauerlein, Mark; Gad-el-Hak, Mohamed; Grody, Wayne; McKelvey, Bill; Trimble, Stanley W.:
    We Must Stop the Avalanche of Low-Quality Research, in: The Chronicle (13.06. 2010), online verfügbar unter: http://chronicle.com/article/We-Must-Stop-the-Avalanche-of/65890/ (letzter Abruf 25.08. 2012).
  • Gowers, Timothy W.: Elsevier – my part in its downfall, http://gowers.wordpress.com/2012/01/21/elsevier-my-part-in-its-downfall/ (letzter Abruf: 25.08. 2012).
  • Kaube, Jürgen: Denken zwischen Mülltrennung und Notaufnahme, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 16.03. 2012, online verfügbar unter: http://www.faz.net/-gr0-6y94x  (letzter Abruf 25.08. 2012).
  • N.N.: http://thecostofknowledge.com/ und das als PDF-Datei herunterladbare Statement http://gowers.files.wordpress.com/2012/02/elsevierstatementfinal.pdf (letzter Abruf: 25.08. 2012).
  • Rossbauer, Maria: Der Aufstand der Forscher, in: Die Tageszeitung. Online verfügbar unter http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=/2012/08/18/a0015 (letzter Abruf: 25.08. 2012).
  • Sample, Ian: Free access to British scientific research within two years, in: guardian.co.uk (15.07. 2012), online verfügbar unter http://www.guardian.co.uk/science/2012/jul/15/free-access-british-scientific-research (letzter Abruf: 25.08. 2012).
  • Schiltz, Michael; Verschraegen, Gert; Magnolo, Stefano: Open Access to Knowledge in World Society?, in: Soziale Systeme 11 (2005), Heft 2, S. 346 – 369.

Abbildungen:

Von Michael Eisen, Fybrid Photos (cc-Lizenz) und Paul Kelly (cc-Lizenz). Danke!

Anmerkungen

  1. Hier ist der historische Ursprung der folgenreichen Verwechslung materieller Knappheit mit Wissensknappheit zu vermuten. Vgl. dazu Schiltz, Michael; Verschraegen, Gert; Magnolo, Stefano: Open Access to Knowledge in World Society?, in: Soziale Systeme 11 (2005), Heft 2, S. 346 – 369, hier: S. 354.
  2. Bauerlein, Mark; Gad-el-Hak, Mohamed; Grody, Wayne; McKelvey, Bill; Trimble, Stanley W.: We Must Stop the Avalanche of Low-Quality Research, in: The Chronicle (13.06. 2010), online verfügbar unter: http://chronicle.com/article/We-Must-Stop-the-Avalanche-of/65890/ (letzter Abruf 25.08. 2012).
  3. Für eine präzise Lektüre des ebenso widerständigen wie aufklärerischen Potentials empfehle ich die Lektüre von Ahrens, Sönke: Blickdehnübungen für emanzipierte Zuschauer. Die Lehren von »The Wire«, in: Zahn, Manuel; Pazzini, Karl-Josef (Hg.): Lehr-Performances. Filmische Inszenierungen des Lehrens, Wiesbaden 2011, S. 163 – 173.
  4. Vgl. ebd., S. 169.
  5. Als aussichtsreicher Kandidat für das künftige Leitmedium können die Folgen seiner Etablierung sind für Struktur und Kultur der Gesellschaft nicht überschätzt werden: Sämtliche Funktionssysteme, nicht nur die Wissenschaft, sind durch den Computer und seine Rechennetzwerke mit einem evolutionären Druck konfrontiert, der die Gesellschaft in dieser Vehemenz zuletzt mit der Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern durch Johannes Gutenberg ausgesetzt war.
  6. Das gilt im Übrigen nicht nur für Journale. Jürgen Kaube geißelte Anfang des Jahres in der F.A.Z. die »subventionierte Harmlosigkeit im Denken«, die so viele ungelesene und unlesbare wissenschaftliche Sachbücher hervorbringt als »vertane Zeit, Involution, drittmittelfinanzierter Manierismus«: Kaube, Jürgen: Denken zwischen Mülltrennung und Notaufnahme (letzter Abruf 25.08. 2012).

3 Kommentare

  1. Das Folgende ist teilweise einem Text entnommen, der demnächst in der Zeitschrift „GfWM-Themen“ erscheinen wird (GfWM= Gesellschaft für Wissensmanagement, http://gfwm.de/)

    Die harsche Kritik aus der Wissenschaftsgemeinde und in den Medien verkennt ein paar wichtige Punkte. Wenn z.B. argumentiert wird, es fielen ja keine Druckkosten mehr an, wird vollkommen übersehen, was in digitale Infrastrukturen investiert werden muss. Das ist der alte Irrglaube vom kostenlosen Internet, wie er in seiner Frühzeit entstanden ist – da war das Internet in der Tat eine öffentliche Einrichtung, die aus amerikanischen Staatsmitteln, und zwar aus dem Verteidigungshaushalt, am Laufen gehalten wurde. Und heute haben wir (Vater? Mutter? Big Brother?) Google, dessen Geschäftsmodell darauf beruht, 95% seiner Leistung zu verschenken, um mit den restlichen 5% Milliarden zu scheffeln.
    Die Portale der großen Verlage bieten mächtige Suchfunktionen an und berücksichtigen auch solche Literatur, die nicht im eigenen Haus erschienen ist (zB Scopus (elsevier) und Web of Science (thomsonreuters).

  2. Pingback: Technologietag 2012: epOs Verlag und #openaccess | the restless machine

  3. Pingback: Ist Karriere in der Wissenschaft ein Glücksspiel? | Differentia

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