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„Der Weise hängt an keiner Idee“

Ein Video-Fundstück. Gleichermaßen passend als Aperitif oder Anschluss zum vorangegangenen Artikel, der unter Inkaufnahme eines Umwegs über China die siebte der fünfzehn Thesen Dirk Baeckers zur Computergesellschaft näher beleuchtet. Im vorliegenden Interview mit Alexander Kluge referiert Baecker im Rahmen der dctp.tv-Themenschleife „Nachrichten vom Riesen China“ zentrale Begriffe der Arbeit des französischen Sinologen und Philosophen François Jullien.

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Strategie


„Was die Alten einen klugen Kämpfer nannten, ist jemand, der nicht nur gewinnt, sondern sich dadurch auszeichnet, mühelos zu gewinnen.“ (Sun-Tzu)
Oder: Was man von griechischen Bergräubern und chinesischen Generälen über Strategie lernen kann. Einige bedenkenswerte Fundstücke und Überlegungen – nicht nur für Pädagogen. Weiterlesen

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Humor als elaborierte Form


Eigentlich hätte hier schon lange ein Artikel zum Verhältnis von Humor und (Post-) Ironie einerseits sowie ausdifferenzierter Dysfunktionalität andererseits erscheinen sollen. Erstere könnten nämlich, wenigstens näherungsweise, als eine spielerische Art des Umgangs mit letzterer begriffen werden.

Nun hat Stefan Schulz von den Bielefelder Sozialtheoristen mir diese Aufgabe glücklicherweise abgenommen – und eine äußerst lesenswerte Analyse zur subversiven Aneignung mehrerer Solidaritätsdemonstrationen und -kundgebungen für den zurückgetretenen Verteidigungsminister und frischen Nicht-Doktor Karl-Theodor zu Guttenberg geliefert. Weiterlesen

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Lovink/Riemens: »Zwölf Thesen zu Wikileaks«

Bei den »Zwölf Thesen zu Wikileaks« von Geert Lovink und Patrice Riemens (soeben erschienen in: Heinrich Geisenberger (Hrsg.): Wikileaks und die Folgen. Netz – Medien – Politik, Frankfurt am Main 2011) handelt es sich um ein lesenswertes und hinreichend lose gekoppeltes Ideenmosaik, das zum Weiterdenken einlädt. Diese als Blogartikel getarnte Lektürenotiz versammelt mögliche Varianten – denn die von Lovink/Riemens aufgestellten Thesen scheinen auf den ersten (und auch zweiten) Blick für weitere Theoriearbeit anschlussfähig. Eine englische Urfassung (August 2010) des kurzen Essays mit zehn Thesen findet sich hier. Weiterlesen →

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Als Antwort (bzw. Anschlussfrage) auf den ↳Tweet von ↳@stefanervousboy. Fragmente aus Niklas Luhmann: Die Politik der Gesellschaft, Frankfurt/Main 2002.

“Die Gewalt des Staates wird eingesetzt, um Gewalttätigkeiten anderer Provenienz zu unterbinden – mit mehr oder weniger Erfolg, wie man weiß, aber doch als Stütze für Erwartungen. Mit dem Begriff der Gewalt ist also eine negative Selbstreferenz (und folglich: eine Paradoxie) verbunden. Gewalt dient der Austreibung von Gewalt. […]

Der Begriff selbst bezeichnet sowohl ausschließende als auch ausgeschlossene Gewalt. Er bezeichnet einen Fall von Einschließen des Ausschließens und ist insofern ein paradoxer Begriff.

Mit dem Begriff der Staatsgewalt wird dann eine Auflösung dieses Paradoxes bezeichnet. Er führt (in heutiger Terminologie) zu der Unterscheidung von legitimer und nichtlegitimer Gewalt und postuliert für Staatsgewalt Legitimität.
Obwohl die Legitimität der Staatsgewalt (als Teil ihres Begriffs) automatisch zufällt, ist sie trotzdem Gegenstand kontinuierlicher Bemühung. Sie muß in der Unterscheidung legitim/nicht- legitim behauptet werden. Auf operativer Ebene heißt dies, daß die Staatsgewalt Verletzungen ihrer Regeln nicht gleichmütig geschehen lassen kann, sondern sich zeigen und reagieren muß. Auf semantischer Ebene heißt dies, daß rechtfertigende Gründe (Semantiken, Ideologien) ausgearbeitet werden müssen, die erklären, wofür die legitime Gewalt sich einsetzt.” (S. 192f.)

Think Tanks zur kontinuierlichen Behauptung der Legitimität auf semantischer Ebene? [Edit: ;-)]

Wenn in Binnendifferenzierungsprozessen die Organisationsform gewählt wird (also zwischen Mitgliedern und Nichtmitgliedern unterschieden werden kann) – haben wir es bei der Universität der Bundeswehr mit einem Subsystem der Politik zu tun? Wohl kaum. Es liegt nahe, an Wissenschaft zu denken, denn auch Kommunikationen an Bundeswehruniversitäten greifen auf das Erfolgsmedium Wahrheit zurück – und nicht etwa auf Macht. Alles eine Frage der Organisation (Auswahlverfahren der Offizierbewerberprüfzentrale, charakterliche Eignungstests, allgemein-militärische Ausbildung als Voraussetzung, Regelverpflichtungszeiten etc. – vgl. den entsprechenden ↳Wikipedia-Artikel)?