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Ehen werden im Himmel geschlossen…

„Die Ehen werden im Himmel geschlossen, im Auto gehen sie auseinander. Denn derjenige, der m Steuer sitzt, richtet sich nach der Situation und fährt, wie er meint, auf Grund seines besten Könnens; aber der, der mitfährt und ihn beobachtet, fühlt sich durch die Fahrweise behandelt, führt sie auf Eigenschaften des Fahrers zurück. Er kann nur in einer Weise handeln, nämlich kommentieren und kritisieren; und es ist wenig wahrscheinlich, daß er dabei die Zustimmung des Fahrers findet.“ (Luhmann, Liebe als Passion, S. 42.)

Grafik von ↳robordw. Danke!

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SZ: Schanze, Gentrification, tertiumdatur

»Die „Schanze“ ist mittlerweile eine feste Adresse für jede Klassenreise nach Hamburg sowie der Stolz der Hamburg-Werbung. Diesen Ruhm verdankt sie vor allem dem Vergnügungs- und dem Krawall-Tourismus. Auf letztlich sechs Straßen im nördlichen St. Pauli ballt sich ein Angebot an Läden, Kneipen, Friseuren und Imbissen, das 362 Tage im Jahr von jungen Besuchern lebt, drei Tage aber von angereisten Autonomen attackiert wird, die gegen den Staat und die „Gentrification“ kämpfen wollen. Obwohl das Viertel einst als Kreativreaktor der Stadt galt, geprägt von Musikern, Künstlern, Netzaktivisten, Modemachern und Architekten, hat die Polarisierung zwischen Schaufenster-Glotzen und -Einschmeißen bedenklich zugenommen. Als Einkaufszentrum für Jugendmoden und Kampfplatz für Schrebergarten-Anarchismus ist das kulturelle Flair der Schanze stark verblasst.« (SZ vom 21.07. 2009, S. 13)

Die Kontrastierung von „Schaufenster-Glotzen und -Einschmeißen∑ gefällt mir. Mit Blick auf den pop-autonomen Dresscode sollte man sich aber die Frage stellen, ob es sich dabei wirklich um eine eine strikte Entweder/Oder-Unterscheidung handelt – oder ob nicht wahlweise auch tagsüber gezahlt und des Nachts eingeschmissen werden kann…

(Foto: Auschnitt aus dem Bild „Himmel über Flora“ von Jan Koch)

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Auf ein Wort: double bind

Eine neue „Auf ein Wort…“-Folge! Heute: double binds…

  1. Halte dich an Gebot/Verbot X!
  2. Halte dich an Gebot/Verbot Y!
  3. X widerspricht Y.
  4. Es darf weder X noch Y ignoriert werden.
  5. Die Erwähnung des Widerspruchs (als Beobachtungsebene 2. Ordnung) ist verboten.
  6. Diese Situation kann nicht verlassen werden.

Mehr Doublebind?

Und noch mehr Doublebind?


Bei der Grafik handelt es sich um eine eigene Bearbeitung auf Basis eines Fotos der flickr-Nutzerin AriCee. Für die oben genutzte Abbildung gelten damit die Bedingungen der hier angegebenen „creative commons“-Lizenz.

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Paradoxe Kommunikation. Folge 1.

Paradoxe Kommunikation als Operation ist möglich. Schließlich kann unser Bewusstseins wir ja auch paradoxe Konstruktionen realisieren. Was aber genau macht Kommunikationen paradox? Fragen wir einen Spezialisten in solchen Dingen: Paul Watzlawick.

In seinem Buch „Menschliche Kommunikation“ unterscheidet Watzlawick zunächst drei Arten von Paradoxien: Logisch-mathematische Paradoxien, paradoxe Definitionen und pragmatische Paradoxien. ((WATZLAWICK, Paul. BEAVIN, Janet, JACKSON, Don: Menschliche Kommunikation. Formen, Störungen, Paradoxien, Bern, Stuttgart, Toronto (7.Aufl.) 1985, S. 172ff.)) Beispiele für pragmatische Paradoxien sind dementsprechend Eltern, die ihr Kind für zu nachgiebig halten und deshalb fordern: „Sei nicht so gehorsam!“ ((Vgl. ebd., S. 184.)) In den schulischen Unterricht übersetzt hieße die paradoxe Aufforderung „Lerne freiwillig!“ ((Der Prototyp der paradoxen Aufforderung lautete denn „Sei spontan!“)) So wird der adressierte Schüler in eine unhaltbare Situation versetzt: Leistet der der Aufforderung Folge, findet er sich in einer nicht-freiwilligen Position wieder. Auf der Zwang-Seite des Codes von Freiheit und Zwang. Und dabei sollte er doch freiwillig lernen und nicht, weil der Lehrer es verlangte

(An dieser Stelle wird in kürze ist ein Anschluss zum Schlagwort „double bind“ entstehen entstanden.)