Schlagwort: »Alltag beobachten«
„The good news is, it’s going to get worse…“
Am 26. September 2011 sprach der Autor und TV-Produzent David Simon im Rahmen der Frank Porter Graham Lectures vor Studierenden der University of North Carolina. Simon skizziert in seinem Vortrag „The End of the American Empire and What’s in It For You“ Zusammenhänge, die maßgeblich zu einem als Krisenphänomen beobachteten Ordnungsverlust in den USA beigetragen haben und bis heute tun.
Humor als elaborierte Form

Eigentlich hätte hier schon lange ein Artikel zum Verhältnis von Humor und (Post-) Ironie einerseits sowie ausdifferenzierter Dysfunktionalität andererseits erscheinen sollen. Erstere könnten nämlich, wenigstens näherungsweise, als eine spielerische Art des Umgangs mit letzterer begriffen werden.
Nun hat Stefan Schulz von den Bielefelder Sozialtheoristen mir diese Aufgabe glücklicherweise abgenommen – und eine äußerst lesenswerte Analyse zur subversiven Aneignung mehrerer Solidaritätsdemonstrationen und –kundgebungen für den zurückgetretenen Verteidigungsminister und frischen Nicht-Doktor Karl-Theodor zu Guttenberg geliefert.
Dysfunktionalität als Funktion

Kann ein gemäß eigener Reflexionssemantik und Selbstbeschreibung nicht länger funktional operierendes (Sub-) System eben dieses latente Nichtfunktionieren zum Anlass eigenen Operierens machen? Ohne Zweifel. Aber was bedeutet das für die Reflexionssemantik? Und für die Theorieform funktionaler DIfferenzierung, die sich ihrer implizit bedient? Ein archivierter Kommentar zu Enno Aljets’ Wissenschaft 2.0 bei den Sozialtheoristen.
#ec10hh. Das Hamburger EduCamp — ex post.

Zwei Tage Hamburger EduCamp (und viele Tage der Vorbereitung und –freude) liegen hinter mir — Gelegenheit für eine kurze Rückschau. Ich beschränke ich mich dabei auf wenige Schlaglichter (die möglicherweise als weiterführende Verweissammlung zu den einzelnen Sessions von Nutzen sein können).
Bielefeld und andere Religionen.

Eine kurze Notiz zu einer besonderen Seminarsitzung. Im laufenden Wintersemester 2009/2010 begleite ich als Tutor das Hauptseminar „Was kann ich wissen? Mediale Bedingungen und Grenzen des Wissens“ von Christina Schwalbe. Ausgehend von der ersten der vier kantischen Fragen werden Bedingungen der Möglichkeit von Wissen und Bildung unter besonderer Berücksichtigung aktueller Medien erörtert. Als theoretische Grundlage dient dabei der Entwurf einer strukturalen Medienbildung nach Winfried Marotzki undBenjamin Jörissen. Die Herausforderungen und Chancen rezenter Entwicklungen werden von den SeminarteilnehmerInnen in einem im neuen Jahr anschließenden Praxisteil durch eigene „Feld“forschungen analysiert.
„Jetzt mit System“

„Jetzt mit System.“ Großartige Postkarte der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin. So gefunden im Briefkasten. Btw: „Ist Luhmann Pop?“ (Eigenlink).
„Intifada im Hinterhof“ — darum Israel!

Chronischer Mangel an Reflexion, als „Antizionismus“ verpackter Antisemitismus, fatale Sinnverarbeitungsregeln und körperliche Gewalt. Hamburgs “linke Szene” offenbart bei der Verhinderung der Vorführung des Films „Warum Israel“ von Claude Lanzmann ihren Bankrott. Eine Linksammlung zu den aktuellen Vorfällen.
Teatime

„Man will Tee zubereiten. Das Wasser kocht noch nicht. Man muß also warten. Die Differenzen Tee / andere Getränke, Kochen / Nichtkochen, Wartenmüssen / Trinkenkönnen strukturieren die Situation, ohne daß es nötig oder auch nur hilfreich wäre, die Einheit der jeweils benutzten Differenz zu thematisieren.“ (Soziale Systeme, S. 597)
Ehen werden im Himmel geschlossen…
„Die Ehen werden im Himmel geschlossen, im Auto gehen sie auseinander. Denn derjenige, der m Steuer sitzt, richtet sich nach der Situation und fährt, wie er meint, auf Grund seines besten Könnens; aber der, der mitfährt und ihn beobachtet, fühlt sich durch die Fahrweise behandelt, führt sie auf Eigenschaften des Fahrers zurück. Er kann nur […]
Luhmann lesen. Ein Vorschlag.

„Labyrinthisch, unverständlich, anstrengend.“ Mit einer gewissen Regelmäßigkeit lassen sich Beschreibungen wie diese nach dem Erstkontakt mit den Schriften Niklas Luhmanns beobachten. Bücher wie „Soziale Systeme“ oder „Die Gesellschaft der Gesellschaft“ dürften zu den meistgekauften und am wenigsten vollständig gelesenen Büchern¹ zählen. Natürlich zu Unrecht. In persönlichen Gesprächen mit Lesern, die nicht resignieren, begegnet mir regelmäßig die Frage „Wie beginne ich eine systematische Luhmann-Lektüre?“ Da sie auch immer häufiger in digitaler Form gestellt wird, soll dieser kurze Artikel eine entsprechende Antwort geben — aus der Position eines immanenten Beobachters, versteht sich.
