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Seltsame Schleifen


Mein systemisch-konstruktivistisches Weblog ↳”seltsame-schleifen.com” liegt offensichtlich in einem sommerlichen Dornröschenschlaf. Es gibt leider gerade (zu) viel zu tun und die Arbeit am Blog erfordert Passion und disponible Zeit gleichermaßen; an letzterem mangelt es momentan leider.

Trotzdem habe ich heute seit längerer Zeit mal wieder die von ↳”Google Analytics” aggregierten Daten in Augenschein genommen und war in zwei Aspekten positiv überrascht: Zum einen gibt es trotz der Sendepause einen kontinuierlichen Besucherstrom (über die im Durchschnitt 40 Besucher/Tag im letzten Monat mögen manche Blogger nur müde lächeln; in Anbetracht der sehr speziellen Thematik der “Seltsamen Schleifen” und des rezenten Mangels an neuen Artikeln macht mich die Zahl sehr zufrieden. Ich hatte mit weniger Lesern gerechnet).

Zum anderen überraschte mich die Tatsache, dass viele Besucher verhältnismäßig lange auf den unterschiedlichen Blogseiten verweilen (was ich einfach wohlwollend als Bestätigung des Credos von Qualität statt Quantität betrachte). Besonders interessant für mich ist dabei die Teilgruppe der Besucher, die über Suchmaschinen den Weg auf mein Blog gefunden haben, denn diese Analyse ermöglicht Rückschlüsse auf die Interessenlagen meiner Leser. Folgende Suchanfragen bescherten dem Blog in den letzten 30 Tagen Besucher mit einer Verweildauer zwischen 30 und 10 Minuten:

– paradoxe fragen

– paradoxie der rueckbezueglichkeit

– luhmann takt und zensur im erziehungssystem

– wir sehen nicht, dass wir nicht sehen, was wir nicht sehen luhmann

– double-bind kommunikation

– luhmann pädagogik

– luhmann das medium der kunst

– laufende beobachtungen blog

– paradoxie selbstreferenz

– medium umwelt system

– paradoxien schule

– symbolisch generalisierte kommunikationsmedien des erziehungssystems

– paradoxie des geldes dirk baecker

– differenzmethode spencer brown

Ich danke allen Besuchern für ihr Interesse und verspreche die Arbeit am Blog wieder aufzunehmen, sobald eine kontinuierliche Veröffentlichung zeitlich möglich ist.

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„Ohne zu schreiben, kann man nicht denken…“

„… jedenfalls nicht in anspruchsvoller, anschlussfähiger Weise“, schreibt Luhmann. ((LUHMANN, Niklas: Kommunikation mit Zettelkästen. Ein Erfahrungsbericht, in:
 ders.:
 Universität 
als 
Milieu.
 Kleine
 Schriften, 
Bielefeld 1992, 
S.
53.
))

Ein etwas anderer Zwischenstand: Die vorliegende Grafik visualisiert die Korrelationen der Schlagworte, welche den Beiträgen dieses Blogs bisher zugeordnet worden sind. ((Auf einige weniger zentrale und einmalig genutzte Schlagworte wurde bei der Darstellung verzichtet.)) Das Zusammenfallen zweier Tags in einem Artikel wird durch wechselseitige Verbindungen repräsentiert; das Resultat ist eine erste Landkarte der bisherigen Beobachtungen.

Die Visualisierung basiert übrigens auf einem kleinen Open Source-Programm der Tufts-University mit dem Namen „Visual Understanding Environment„, kurz: VUE.


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Ein Monat "strange loops" – ein erstes Résumé

Heute vor vier Wochen wurde mit „Auf ein Wort: U4-208“ der Initialbeitrag zu diesem Blog veröffentlicht. Grund genug, mal zwei Schritte zurück zu treten und die laufenden Beobachtungen zu beobachten. Auch inhaltlich erscheint die Gelegenheit günstig: Der letzte Beitrag endete mit der Möglichkeit zur Atempause. Allerdings schließt sogleich eine ganze Liste von Anschlussmöglichkeiten zum weiteren Lesen und Nachdenken an. Wieso?

Die Reflexion des Beobachteten erfolgt auf zwei Ebenen, einer inhaltlichen und einer technischen. Beginnen wir mit der Technik:

Luhmanns Theoriewerk, als Stimulus für die laufenden Beobachtungen, ist zirkulär konstruiert. Zentrale Begrifflichkeiten rekurrieren laufend aufeinander, erweitern und verfeinern sich. Dieser unendliche Zirkel kann als „Seltsame Schleife“ beschrieben werden und gewährleistet die enorme Effektivität der Luhmann’schen Theorie. In diesem Blog soll ähnlich operiert werden: Durch die Möglichkeit der internen, hypertextuellen Linkstruktur liegt das sogar nahe. Als Ausgangspunkt diente dabei der Begriff der Paradoxie, um den die ersten Beiträge kreis(t)en. Wir werden immer wieder, das liegt in der Natur der strange loops, dahin zurückkehren.

Auf der Ebene des Inhalts fassen wir zusammen: Paradoxe Kommunikation bietet als re-entry die Möglichkeit, die Autopoiesis des Erziehungssystems aufrecht zu erhalten. The show can and must go on. Pädagogen und Lehrer sollten jedoch um die grundsätzliche paradoxe Konstitution des Geschehens wissen und ihre möglichen Folgen einkalkulieren. Binäre Codierung zeigt zwar keine Lösung, aber einen Ausweg an, das Problem wird so wenigstens entschärft. Dies geschieht, ganz im Sinne Luhmanns und Spencer-Browns, durch Temporalisierung. Mit Heinz von Foerster hielten wir fest, dass sich das Systemgedächtnis laufend unter variablen Bedingungen die Horizonte von Vergangenheit (dokumentiert durch Zensuren) und Zukunft (das ergebnisoffene Oszillieren) reorganisieren kann. Das System ist bereit, sich überraschen zu lassen. ((Vgl. LUHMANN, Niklas: Takt und Zensur im Erziehungssystem, in: ders.: Schriften zur Pädagogik, Frankfurt/Main 2004, S. 256.)) Diese selbsterzeugte Ungewissheit fordert das System von Situation zu Situation neu sich selbst zu reproduzieren. Wir sprechen von Autopoiesis.

Eine letztes technisches Postscriptum, mit Blick in die Zukunft: An die Stelle einer scheinbar beantworteten Frage treten viele unbeantwortete Fragen. Werfen wir nochmal einen Blick zurück und nach vorne, auf die Liste der möglichen weiteren Anschlüsse:

Lebenslauf. Beobachtung 2. Ordnung. Takt. Teleonomie. Burnout-Syndrom. Triviale Maschine. Nichttriviale Maschine. Wahnsinn. Professionalisierung. Sprachspiel. Postheroische Erziehung. ePortfolios. Absurdität. Unterricht. Gefangenendilemma. Metasprache. Nichtlernen. Hirnforschung. Sokrates…

Die Liste ließe sich fortsetzen. All die offenen Fäden sollen aufgenommen werden und zu diesem Zwecke werden wir auch auf das bislang Festgehaltene zurückkehren müssen. „Seltsame Schleifen“ sind nicht nur Name, sondern Programm. In unmittelbarer Zukunft werden wir uns aber um grass roots, symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien und digitale Portfolios kümmern…

[Nachtrag. Paradoxien ganz aktuell: „Die Paradoxie des Crash„-Posting zum aktuellen Weltfinanzgeschehen in einem meiner gegenwärtigen Lieblingsblogs, Fritz. B. Simons Systemischer Kehrwoche.]


Die Grafiken stammen von flickr-User S. Es gilt die folgende „creative commons“-Lizenz. Danke!

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Und wieso keine Antwort?

Nachdem also mit dem ersten Eintrag über die Codierung der Benennung aufgeklärt worden ist, bleibt die Frage nach dem Ausbleiben einer Antwort.

Markus Szczesny, heute wissenschaftliche Hilfskraft an der Uni Göttingen, stellte 2006 in einer Hauptseminararbeit, die in digitaler Form vorliegt, die programmatische Frage nach der „(Ir)relevanz der Systemtheorie für die Pädagogik“.
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Auf ein Wort: „U4-208“…?

Ein Fahrstuhl steigt auf im Zahn U und spricht: „4. Obergeschoss“. Lange Betongänge entlang zum Raum U4-208, das sind 19 Quadratmeter und ein blauer Plastikeimer „Altpapier“: „Diese Uni war immer schon stolz auf ihre Nüchternheit“, sagt Martin Löning, ihr Archivar. „Und hier war sein Büro. Einmal hat er sich bei einem Kongress vorgestellt: Ich bin Niklas Luhmann aus U4.“ Weiterlesen