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Das leise Weinen Spencer Browns…

gsb

Im Jahr 1969 publizierte der britische Mathematiker George Spencer Brown seine ›Laws of Form‹. Auf den Kalkül, der außerhalb systemtheoretisch-konstruktivistisch informierter Kreise bis heute nahezu unbekannt ist, ist in diesem Blog schon häufiger Bezug genommen worden. Aktueller Anlass ist folgender: die gleichermaßen präzise wie eigenwillige Notation der ›Laws of Form‹ lässt sich nicht ohne Weiteres in den standardisierten Zeichensatz gängiger Textverarbeitungsprogramme übertragen; dies gilt folglich auch für Text im Internet. Seit geraumer Zeit wird dennoch nach einer Möglichkeit gesucht, Spencer Browns ›mark of distinction‹ – die visuelle Metapher für die Operation des Unterscheidens und Bezeichnens – ohne Rückgriff auf Grafiken im Fließtext nutzen zu können.

 

Arbitrarität

In seinem Kalkül betont Spencer Brown die Arbitrarität des Zeichens. Im Prozess der Zeichenbildung lässt der Autor seinem Leser zunächst freie Wahl: »Lass jegliche Markierung, jegliches Token oder Zeichen zusammen mit der, oder in Bezug auf die Unterscheidung als ein Signal aufgefasst werden« – eine pragmatische Definition. Das Zeichen selbst ist austauschbar, sein Gebrauchszweck oder Sinn hingegen nicht: »Lass den Zweck eines Signals auf dessen erlaubte Verwendung beschränkt sein. […] Im allgemeinen: Was nicht erlaubt ist, ist verboten.«1
Das Zeichen erhält die gewünschte Signalfunktion durch seinen Gebrauch bzw. in seiner Anwendung, als Anweisung zum Treffen einer Unterscheidung. Es markiert einen durch Unterscheidung geteilten Raum bzw. Zustand. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

 

An-Wendung

Grundsätzlich kann dabei jedes optische oder akustische Zeichen als Signal dienen. Spencer Brown selbst wählt in der Folge ein ebenso neues wie überzeugendes Symbol, in Form eines Hakens: das ›cross‹ oder ›mark of distinction‹. Zwar verweist er auf alternative Möglichkeiten der Symbolisierung (etwa durch das Zeichnen von Kreisen auf einem Blatt Papier), der Haken vereint aber als Zeichen seiner Wahl die grundlegenden Operationen der Unterscheidung (senkrechter Strich) und Anzeige (horizontaler Zeiger) ebenso intuitiv einleuchtend wie formschön:

In Texteditoren oder Webapplikationen lässt sich Spencer Browns ›mark of distinction‹ in dieser einfachen Form problemlos verwenden2, komplexe Gleichungen oder re-entrante Formen lassen sich so ohne Weiteres aber nicht abbilden. Der Haken lässt sich nicht beschriften und folglich muss der Zeichensatz erweitert werden.
Für längere Texte kann der geneigte Schreiber auf eingebundene Grafiken oder ambitioniertere Textsatzprogramme ausweichen. Auf Twitter und unter Berücksichtigung des dort geltenden Zeichenlimits stellt sich die Frage der Notation dringlicher. Zugegeben: das betrifft kaum mehr als eine Handvoll potentieller Nutzer, aber das ändert nichts am Problem als solchem. Nicht zufällig entspann sich in den vergangenen Tagen (einmal mehr) die Diskussion über die Darstellbarkeit der Spencer Brown’schen Notation unter den spezifischen Bedingungen der Nutzung des Kurznachrichtendienstes.
Zweite Einschränkung: Auf die Einbindung von Grafikdateien solle verzichtet werden.

 

Asymmetrie

Lässt sich eine allgemeine und verständliche Adaption der Spencer Brown’schen Notation für diesen konkreten Anwendungsfall (er-)finden? Verschiedene Vorschläge wurden unterbreitet und diskutiert, erweitert oder verworfen. Keiner von ihnen scheint den allgemeinen Anforderungen an eine webkompatible Zeichensprache im Geiste der ›Laws of Form‹ zu genügen.

Aber muss das überhaupt der Fall sein?

So verständlich der Wunsch nach Standardisierung und Präzision sein mag (nicht zuletzt geht es hierbei ja auch um die Erhöhung der Wahrscheinlichkeit verstehender Lektüre), die Suche nach der richtigen, besten oder gültigen Notation muss verwundern. Zumindest ein wenig. Sie ignoriert nämlich das, wofür Spencer Brown in seinem Kalkül an vorderster Stelle sensibilisieren wollte: den ontogenetischen, konstruktiven Charakter des Unterscheidungsprozesses – oder kurz: den Beobachter. Er ist es, der die Unterscheidung trifft, sogar vom Autor höchstselbst in dessen berühmten Diktum (»Triff eine Unterscheidung«) direkt dazu ermutigt wird. Der Beobachter ist es, der die Unterscheidung mit einer Wertigkeit versieht und folglich für ihr Treffen verantwortlich ist: er zieht die Grenze, asymmetriert, teilt den Raum: »Es kann keine Unterscheidung geben ohne Motiv, und es kann kein Motiv geben, wenn nicht Inhalte als unterschiedlich im Wert angesehen werden.«3
Ohne Motivation des Beobachters keine Wertigkeit, ohne Wertigkeit keine Unterscheidung.

 

Triff eine Entscheidung!

Die Suche nach objektiven, verbindlichen Regeln der Notation oder ihrer Bestätigung durch Autorität ignoriert die jedem Konstruktivismus inhärente Verantwortung des Beobachters; sie widerspricht damit auch dem ethischen (und latent anarchischen) Kern der ›Laws of Form‹. Der Rat ihres Autors wäre vermutlich Folgender: »Triff eine Entscheidung! Schau, ob Deine Notation für Deinen Zweck funktioniert. Wenn sie nicht funktioniert, entscheide Dich neu.«4
Auch jenseits vermuteter Ratschläge lassen sich Indizien für eine solche Haltung finden; es gilt nämlich nicht zuletzt auch für die Notation, was Spencer Brown 1957 über Klassifikationen und Modelle schrieb: »[W]elche dieser Klassifikationen ist richtig und welche falsch? Richtig kann bloß diejenige Klassifikation sein, die am besten für einen gegebenen Zweck taugt: Wir klassifizieren so, wie es uns sinnvoll erscheint und überzeugen andere, das gleiche zu tun.«5 Man ersetze »Klassifikation« durch »Notation« bzw. »klassifizieren« durch »notieren« und dürfte eine deutliche Ermutigung zum (Er-)Finden der eigenen Schreibweise finden.

 

Postscriptum.

Es gibt keine ›Laws of Form‹-Polizei. Es gibt kein richtiges oder falsches Zeichen. Es gibt womöglich besser oder schlechter geeignete, mehr oder weniger viable. Das Urteil darüber berührt ästhetische, pragmatische und technische Gesichtspunkte. Gerade darum erscheint eine experimentelle Praxis wünschenswert – zumal alle Ergebnisse der Form nach ineinander übersetzbar bleiben werden.
Mein aktueller Favorit notiert sich übrigens wie folgt:

neugier

 Neugier = ╵╵╷ Unbekanntes ⎤ Bekanntes ]

  • ⎤ (U+23A4) markiert das einfache ›mark of distinction‹.
  • ] (U+FF3D) markiert einen re-entry, wobei die Reichweite des Hakens durch
  • ╵  (U+2575) bzw. im Falle des Wiedereintritts durch
  • ╷  (U+2577) markiert wird.

Edit: Für den nach rechts laufenden Re-Entry, auf den Moritz Klenk hinwies, muss ein weiteres Symbol ergänzt werden, das ich gestern zunächst unterschlagen habe:

  • ⎱ (U+23B1).

reentry

f = ╵╵m⎤╵n⎤⎱╵╵o⎤p╷⎤

Für Diskussionen über 140 Zeichen kann die Kommentarspalte sehr gerne genutzt werden.

Anmerkungen

  1. George Spencer Brown: Laws of Form, Lübeck, 2. Aufl. 1999, S. 3.
  2. »Right square bracket upper corner«, Unicode Code Point U+23A4.
  3. Spencer Brown: Laws of Form, S. 1.
  4. Oder in den Worten Heinz von Foersters: »Meine Lehre ist, […] dass man keine Lehre akzeptieren soll. Das ist natürlich ein Paradox, aber ein sehr dynamisches.« In: ders., Bernhard Pörksen: Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners. Gespräche für Skeptiker, Heidelberg, 8. Aufl. 2008, S.163.
  5. Vgl. George Spencer Brown: Wahrscheinlichkeit und Wissenschaft, Heidelberg, 2. Aufl. 2008, S. 24.
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Anschlussfähigkeit, Innen/Außen, Zukunft

Drei kurze Lexikoneinträge. Erschienen in: Heil, Christine; Kolb, Gila; Meyer, Torsten (Hg.): Shift. #Globalisierung, #Medienkulturen, #Aktuelle Kunst, München 2012. Weitere Informationen im Blog von Torsten Meyer und auf der Homepage des kopaed-Verlags.

Im selben Band findet sich übrigens auch eine überarbeitete Version eines Artikel aus meinem Blog: Versuch über Hacking als soziale Form (PDF).

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Versuch über Hacking als soziale Form


Die Rede vom „Hacking“ und ihrem Protagonisten, dem Hacker, feiert seit einiger Zeit ein bemerkenswertes Comeback. Das ist sicher kein Zufall, wenn man mit Dirk Baecker in Rechnung stellt, dass sich der Hacker anschickt, den Intellektuellen der modernen Buchdruckgesellschaft in einer Weise zu beerben, wie jener einst den Priester antiker Hochkulturen beerbte. Grund genug, genauer hinzuschauen. Weiterlesen

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Baecker: „Ein Ausblick auf die [nächste] Gesellschaft“

Unter dem Titel „Observing Networks. Ein Ausblick auf die [nächste] Gesellschaft“ erweitert Dirk Baecker im Rahmen seiner Keynote auf der diesjährigen X-Mess die Basis seiner Analyse der Computergesellschaft. Das geschieht zunächst ganz im Geiste Marshall McLuhans, wenn Baecker den Computer und das Internet als Formen der Zähmung oder des bewältigenden Umgangs jener Turbulenzen beschreibt, mit denen die Gesellschaft in Folge der Einführung der Elektrizität vor 150 Jahren konfrontiert war (und nach wie vor ist).

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Zukunftsfähige Zukünfte

Im Anschluss an vorläufige Fazite und offene Fragen des Kölner „What’s next“-Symposiums und an die Diskussion meiner Replik auf Michael Seemanns Telepolis-Artikel soll im Folgenden die von Niklas Luhmann eingeführte Unterscheidung von gegenwärtiger Zukunft und zukünftiger Gegenwart aufgegriffen werden. Eine Unterscheidung, die für adäquate Analysen von Krisen und Zukünften unverzichtbar ist und in meinem Kölner Vortrag am Rande, im anschließenden Workshop aber an zentraler Stelle auftauchte – aber leider nicht vertieft werden konnte. Konkreter Anlass, diese Spur hier noch einmal aufzunehmen, ist die Lektüre der soeben erschienenen neu(nt)en Ausgabe der Revue für postheroisches Management. Sie trägt passenderweise den Titel „Zukunftsfähigkeit“. Ein Postscriptum. Weiterlesen

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Person und Dokument

Personen sind in Niklas Luhmanns systemtheoretischer Diktion keine psychischen oder sozialen Systeme, können aber als Medium ihrer strukturellen Kopplung dienen. Als potentielle Adressen und Zurechnungsstellen von Kommunikationen strukturieren sie die Autopoiesis soziale Systeme. Unter Bedingungen funktionaler Differenzierung stehen Personen folglich dem Zugriff aller Teilsysteme der Gesellschaft zur Verfügung. Wenn in diesem Artikel ein erster Vergleich von Klaus Kusanowskys Dokumentform mit der systemtheoretisch-traditionellen Form der Person umrissen wird, treten überraschende Parallelen zu Tage. Weiterlesen

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„Eine neue Kunst für eine neue Gesellschaft?“


Eine (Ver-)Sammlung von Gedanken zur Kunst der nächsten Gesellschaft. Im Anschluss an die jüngst online publizierten Thesen Dirk Baeckers, eine daran anschließende Bemerkung von Arne zur Funktion von Musik in der Romantik sowie unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die siebte der fünfzehn Thesen, eben jene zur Kunst, kurz nach der Publikation eine nicht unerhebliche Überarbeitung erfahren hat. Zugleich: Die Spur eines Gedankenspiels (unter Inkaufnahme eines Umwegs über China). Und nicht zuletzt: die grobe Skizze einer notwendigen Übersetzung. Weiterlesen

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(Lern–)Räume der nächsten Gesellschaft.
Ein Rückblick auf das Bremer EduCamp


Am letzten Wochenende, am 18. und 19. März, fand in Bremen das siebte EduCamp im deutschsprachigen Raum statt. Es handelte sich dabei um eine kenntnisreich und passioniert organisierte Unkonferenz, für deren Ermöglichung dem Team um Thomas Bernhardt Dank und Respekt gebührt. Nach und nach beginnen die Dokumentation und Aufarbeitung des Barcamps.
Ich möchte im folgenden Beitrag kurz auf einen Aspekt eingehen, der meines Erachtens entscheidend zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen hat und an dem exemplarisch für die Zukunft – nicht nur der EduCamps! – gelernt werden kann: Raum. Ein Begriff, der gegenwärtig und quer durch alle Disziplinen eine unerwartete Renaissance erlebt und mit dessen Verwendung man sich große Hypotheken einhandelt. Im Folgenden sei daher unter Bezug auf „Raum“ nicht nur (aber auch) von archtitektonischer Umgebung die Rede, sondern von Umgebungen in einem erweiterten Sinne: Ich schlage vor, Raum als Medium zu begreifen, dass Form-Bildungen gestattet – eine Lesart, die digitale Räume explizit nicht ausschließt und die Unterscheidung von Analog/Digital von vornherein zu unterlaufen versucht. Weiterlesen

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Medien im Erziehungssystem, dritter Akt

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Was sind nun also die spezifisch pädagogischen Kommunikationsmedien, die im allgemeinen Medium des Lebenslaufes Formen bilden? Jochen Kade unterscheidet für seine Beantwortung der Frage zunächst zwei Aspekte des Lebenslaufes und weist auf eine kognitive und eine soziale Dimension mit ihrem jeweils eigenen Kommunikationsmedium hin.

Über die Aneignung von Wissen erweitere sich laut Kade der Aktionsradius der Individuen im Sinne einer Maximierung von potentiellen Anschlussoptionen; es werde Formbildung ermöglicht und somit eine Ausdifferenzierung des Lebenslaufes im Zeithorizont der Zukunft zugelassen: „Das Wissen ist die kognitive Form des Lebenslaufs“ ((KADE, Jochen: Lebenslauf – Netzwerk – Selbstpädagogisierung. Medienentwicklung und Strukturbildung im Erziehungssystem, in: EHRENSPECK, Yvonne, LENZEN, Dieter (Hg.): Beobachtungen des Erziehungssystems. Systemtheoretische Perspektiven, 2006, S.19.)); dieser erfährt im Moment der Wissensaneignung eine Modifikation der Form: Wer beispielsweise das Dekodieren von Graffiti-Tags gelernt hat, dem wird es schwerfallen, sie weiterhin als indifferentes Gekritzel wahrzunehmen. Wer sich (etwas näher am Thema) mit konstruktivistischen Erkenntnisprogrammen oder moderner Systemtheorie beschäftigt, dem werden im Prozess des Wissenserwerbs realistische oder positivistische Positionen der Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie mehr und mehr unpassend erscheinen – oder die Theorie-Offerte wird als unplausibel erachtet und nicht weiter verfolgt. Auch das ist Lernen. ((Diese Formbildungen des Wissens dürfen jedoch nicht in einem deterministischem Sinne mißverstanden werden: Natürlich kann im weiteren Prozessieren Wissen auch modifiziert oder falsifiziert werden, überkommene Vorstellungen können aufgeben werden.))

Sobald der Zweck der Ausformung sich aber an der Möglichkeit zur Teilhabe an Kommunikationen sozialer Systeme orientiert und Berechtigungen zu Anschlusssequenzen beruflicher oder fortlaufender pädagogischer Kommunikation bereitstellen soll, erfüllt die Vergabe von Zertifikaten die Funktion der Formbildung im Medium des Lebenslaufes. ((Dass es sich bei Zertifikaten selbst wiederum um Medien handelt, wird als bekannt vorausgesetzt.)) Durch Zertifikate entstehen somit strukturelle Kopplungen des Erziehungssystems mit den Systemen der Wirtschaft (die im Rahmen von Bewerbungen präsentiert werden) oder Wissenschaft (der Begriff der „Allgemeinen Hochschulreife“ scheint in diesem Kontext selbsterklärend).

Das Erziehungssystem operiere mit der simultanen Formbildung durch beide Kommunikationsmedien, so Kades Fazit. ((KADE, Lebenslauf, S. 20f.)) Diese Annahme führt jedoch zu der Konsequenz, dass das Erziehungssystem eher als ein „locker gekoppelter netzwerkartiger Zusammenhang von lebenslaufbedeutsamen Kommunikationssequenzen ohne scharfe Grenzen gegenüber seinen Umwelten“ gedacht werden muss und eben nicht mehr als ein relativ kompaktes und robust integriertes System wie das Recht oder die Politik. ((Vgl. ebd., S. 22f.)) Eine These, die vor allem mit Blick auf die rezenten Forderungen nach lebenslangem Lernen sehr plausibel klingt, da sich dieses keineswegs auf die klassischen Bildungsinstitutionen beschränkt. Als Folge erscheint das traditionelle Erziehungssystem dann aber ungewöhnlich kontingent: Pädagogische Kommunikationen sind Kades Hypothesen folgend auch außerhalb der Systemgrenzen möglich; eine Perspektive, die hinsichtlich der zunehmenden „Selbstpädagogisierung“ im Rahmen von ePortfolios oder von Lernen2.0 auf Basis der neuen Verbreitungsmedien eine gewisse Plausibilität entwickelt und die vor allem auch für die Szenarien des „lifelong learning“ attraktiv erscheint. Die Frage die sich dann jedoch stellt, ist folgende: Kann unter diesen Umständen überhaupt noch von einem System der Erziehung gesprochen werden? Und wenn dies der Fall sein sollte: Wo wären seine Grenzen zu verorten?

Das Konzept erscheint problematisch; nach Exposition und Entwicklung folgte hiermit also (wie bei jeder klassischen Tragödie) im dritten Akt die Katastrophe: An diesen Ansatz, der doch nur folgerichtig Luhmanns Vorschlag des Lebenslaufes ausdifferenziert, scheint kein sinnvoller Anschluss möglich. Im Rahmen der weiteren Erörterungen soll daher als Alternative eine Offerte von Dirk Baecker skizziert werden, der in Anlehnung an Talcott Parsons Intelligenz als Medium begreift.


Die Grafik basiert auf einem Foto von Chris Campbell unter folgender cc-Lizenz. Vielen Dank!

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Medien im Erziehungssystem, zweiter Akt

Der Lebenslauf als Medium erfüllt diese spezifischen Bedingungen nicht. Er ist vielmehr die notwendige Voraussetzung dafür, dass differenziertere Kommunikationsmedien zum Einsatz kommen können; ((Vgl. ebd.)) in ihm können die Formen pädagogischer Kommunikation gebildet werden. Weiterlesen