Permalink

0

Mediologie & Zen

„Die Zen-Übung nun soll bewirken, daß das Bewußtsein frei werden kann, indem das Aufnehmen und Verarbeiten ständig neuer Sinneseindrücke unterbunden wird. Statt dessen konzentriert sich das Bewußtsein auf sich selbst, d.h. auf einen in ihm selbst wirkenden Strom von achtsamem Gewahrsein. Andernfalls würden neue Sinneseindrücke zu immer neuen Begriffsbildungen führen, und die Begriffe und Gedanken würden dann wiederum «verdinglicht», sie würden, wie ein Zen-Spruch aus dem Laṅkāvatāra-Sūtra sagt, für den Mond selbst gehalten, obwohl sie nur der Finger seien, der auf den Mond zeigt.“ (Michael von Brück: Zen. Geschichte und Praxis, München 2. Aufl. 2007.)

Permalink

0

Womit beschäftige ich mich eigentlich?

Wer diese Frage kennt, aber die sehr empfehlenswerte Webapplikation „wordle.net“ noch nicht, dem sei diese wärmstens ans Herz gelegt. An prokrastinierten Tagen frage ich mich, womit ich mich beispielsweise in der letzten Zeit auf meinem systemisch-konstruktivistischen Blog „strange loops“ auseinandergesetzt habe und gebe unter wordle.net/create den aktuellen Feed (oder gleich die Adresse des Weblogs) ein. Die Anwendung errechnet eine Tagcloud der am häufigsten benutzten Worte, die im Anschluss umfangreich designed werden kann. Und gibt Überblick.

Permalink

0

Netznotiz #2

Twitterthese *2: „Die Form einer Nachricht ist immer auch die Nachricht einer Form.“ (vgl. hier)

Okay: Ich habe meinen Frieden mit Twitter gemacht. Der Test läuft folglich auch nach Abschluss der ersten Phase weiter: Keine absolute Resignation nach gut einer Woche. Langzeitstudie fokussiert. Bin gespannt, welche Bedeutung Microblogging in der näheren Zukunft erlangen wird – scheint mir sehr Mashup-tauglich und rückt damit hinsichtlich seiner Relevanz vielleicht in die Nähe der „Horizon-Report„-Szenarien? Wir werden sehen und wollen das ganze Konzept auch nicht vorschnell überbewerten – witzig ist in diesem Zusammenhang übrigens die Geschichte vom gefaketen Suhrkamp-Zwitscherer. Smells like Kommunikationsguerilla… Ein letzter Zusatz: Nutzung rudimentärer Sätze steigt exponential (vgl. meine Twitterthese *1). Tut mir vielleicht mal ganz gut. Außerdem geschieht auch noch sowas: #Twitter #Microblogging #Medium #Fundsachen #Netzleben

Permalink

0

Pädagogische Medientheorie

Ich bin letzte Woche [via] auf einen interessanten Sammelband mit dem Titel „Pädagogische Medientheorie“ gestoßen, der von Johannes Fromme und Werner Sesink herausgegeben wird.

Neben den Beiträgen von Winfried Marotzki, Benjamin Jörissen („Wissen, Artikulation und Biographie: theoretische Aspekte einer Strukturalen Medienbildung“) und Torsten Meyer („Zwischen Kanal und Lebens-Mittel: pädagogisches Medium und mediologisches Milieu“) bin ich insbesondere auf den Artikel von Norbert Meder gespannt („Die Luhmannsche Systemtheorie und der Medienbegriff“), von dem ich mir gerade mit Blick auf die seltsamen Schleifen viel verspreche.

Permalink

0

Kommunikation und Guerilla

Gerade bin ich im Programmheft des Deutschlandfunks über folgende Ankündigung gestolpert:

Mensch, willst du ewig kaufen?

Kommunikationsguerilla gegen Konsumkultur
Von Michael Reitz

Werbetafeln, beklebt mit: „Reklame verboten“. „Wir freuen uns auf Ihre nächsten Entlassungen und unsere Gehaltserhöhungen“, besagt die PR-Kampagne einer Bank. Amtliche Briefe fordern Notopfer für den Afghanistankrieg. Zeichen dafür, dass die Kommunikationsguerilla mal wieder zugeschlagen hat.

Ihr Ziel: die „subversive Kommunikation“ über Konkurrenz, Leistungsdenken und Zeitgeist. Außerdem: den Konsum lächerlich zu machen, denn er bestimme nach ihrer Auffassung unser Leben.
Ihre Mittel: die spaßhafte Unterwanderung, Protest durch Chaos, „Fakes“ von Werbebotschaften und politischen Verlautbarungen.
Die Guerilleros arbeiten im Verborgenen, überall in Europa. Der Autor hat sie bei Planung und Ausführung ihrer Aktionen beobachtet, beim Versuch, die Wahrheit über diejenigen zu sagen, deren Geschäft das Lügen ist.

Das Feature am 07.11. um 20:10 Uhr. Ich vermute, es lohnt sich.