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Anschlussfähigkeit, Innen/Außen, Zukunft

Drei kurze Lexikoneinträge. Erschienen in: Heil, Christine; Kolb, Gila; Meyer, Torsten (Hg.): Shift. #Globalisierung, #Medienkulturen, #Aktuelle Kunst, München 2012. Weitere Informationen im Blog von Torsten Meyer und auf der Homepage des kopaed-Verlags.

Im selben Band findet sich übrigens auch eine überarbeitete Version eines Artikel aus meinem Blog: Versuch über Hacking als soziale Form (PDF).

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Versuch über Hacking als soziale Form


Die Rede vom „Hacking“ und ihrem Protagonisten, dem Hacker, feiert seit einiger Zeit ein bemerkenswertes Comeback. Das ist sicher kein Zufall, wenn man mit Dirk Baecker in Rechnung stellt, dass sich der Hacker anschickt, den Intellektuellen der modernen Buchdruckgesellschaft in einer Weise zu beerben, wie jener einst den Priester antiker Hochkulturen beerbte. Grund genug, genauer hinzuschauen. Weiterlesen

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Online-Zeitschrift Kunst Medien Bildung

Anfang des Monats ging auf zkmb.de ein neues, interdisziplinäre e-Journal online, die „Zeitschrift für Kunst Medien Bildung“. Seit gestern findet sich auf der Homepage der zkmb auch eine aktualisierte Version meines zuvor hier im Blog publizierten Artikels „Eine neue Kunst für eine neue Gesellschaft“ – jetzt also ganz offiziell zitierfähig.

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#Giesecke

Michael Giesecke präsentiert unter der Überschrift „Abhängigkeiten und Gegenabhängigkeiten der Informationsgesellschaft von der Buchkultur“ ein von der Sozialpsychologie inspiriertes und mediengeschichtlich interpretiertes Phasenmodell des Generationswechsels. Dabei arbeitet er unter Rückgriff auf gruppendynamische Forschung drei Phasen heraus, für die er im folgenden eine Geltung sowohl bei der Beschreibung menschlicher Sozialisationsprozesse als auch für die Entwicklung neuer Kommunikationstechnologien beansprucht: Ablösung, Gegenabhängigkeit und Autonomie. Weiterlesen

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„Hello world“ – esoterisch…

… oder in fünf Schritten von Räucherstäbchen zu nicht-trivialen Maschinen.

„Esoterik“ ist für gewöhnlich ein Wort, dass müdes Abwinken oder Fluch(t)reflexe bei mir hervorruft. Umso überraschter war ich, als ich vorhin über den Wikipedia-Artikel zu „Piet“ stolperte – eine sogenannte „esoterische Programmiersprache“. Und weiterlas…

Nun bedeutet εσωτερική (esōterikós) zunächst nicht mehr als „innerlich“ und hat folglich noch nicht viel mit Mystik oder Spiritualität zu tun. Vielmehr bezog sich der Begriff in der Geistesgeschichte auf Formen des Wissens, die im Gegensatz zum öffentlichen (exoterischen) Gedankengut nur einem kleinen Teil von Eingeweihten zugänglich war; somit kann für die Form des Wissens eine Unterscheidung zwischen innen und außen, zwischen eso- und exoterischem Wissen getroffen werden. Unterscheidung ist dabei immer notwenig eine Form mit zwei Seiten, wobei eine der beiden Seiten angezeigt wird („esoterisch!“). Die Einheit von Unterscheidung und Anzeige nennen wir Beobachtung. Werfen wir also einen Blick auf esoterische Programmiersprachen:

Im Gegensatz zu praktischen und für den alltäglichen Einsatz konzipierten Programmiersprachen folgt in diesen Fällen die Form nicht der Funktion. Hacker, Informatiker, Code-Poeten und Computer-Ästhetiker testen die Grenzen von Sprache und Design aus, praktische Anwendbarkeit („usability“) tritt in den Hintergrund. Es werden bespielsweise sogenannte „nicht-deterministische Sprachen“ genutzt; diese machen es unmöglich, vom aktuellen Stand des Programms aus einen Folgezustand zu antizipieren. Das Konzept erinnert an Heinz von Foersters nicht-triviale Maschinen. Dass Zufälligkeit für Computerprogramme nur schwer marktfähig ist, ist leicht einzusehen. Ihre Bedeutung liegt eher im Kontext der Designentwicklung von Sprachen oder Systemen; Gesichtspunkte, unter denen sie insbesondere in Forschung und Lehre zum Einsatz kommen.

Die Abbildung zeigt übrigens das berühmte „Hello World“-Programm in der oben schon erwähnten esoterischen Programmiersprache Piet. Der Name ist eine Reminiszenz an den niederländischen Künstler Piet Mondrian, einen Pionier der abstrakten Kunst. Die kleinste semantische Einheit der Sprache sind sogenannte „Codels“, ein Kompositum auf Basis von „Code“ und „Pixel“ – grafische Beispiele finden sich auf der Homepage des Piet-Erfinders David Morgan-Mar.

Das alles hat nichts von Transzendenz oder Räucherstäbchen. Wir können beruhigt sein.