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»They shall not pass…«
Closed Access, Elsevier und die Jagd nach Reputation.

»At the risk of stating the obvious, we in the academic community create the ideas in our papers. We write the papers. We typeset the papers. We review the papers. We proofread the papers. We accept or reject the papers. We electronically archive and distribute the papers. If commercial publishers once played an essential role in this process, today their role is mostly to own the copyrights and to collect money from the universities.«
– Scott Aaronson

Der folgende Artikel wird so oder ähnlich im nächsten KVV »Medien & Bildung« erscheinen, das Titelthema heisst diesmal »Zugänge«. Weil das Thema Open Access nun schon seit einiger Zeit vehement diskutiert wird, möchte ich die Chance nutzen und den Artikel hier vor Druck zur Diskussion stellen. Er geht von folgenden Fragen aus…

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Kontrolle und Selbstkontrolle

Bei der Beschäftigung mit Fragen der Kontrolle und Selbstkontrolle in Bildungsprozessen stoßen interessierte Leserinnen und Leser auf unübersichtliches Terrain. Die Beiträge des soeben in der Reihe »Medienbildung & Gesellschaft« erschienenen Sammelbandes sollen aus verschiedenen Perspektiven und unterschiedlichen pädagogischen Praxen Licht ins Dunkel bringen. Weiterlesen

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Sinn und Grenzüberschreitung. Zwei Lexikonartikel


Beim Schweizer Niggli-Verlag ist das «Lexikon zur zeitgenössischen Kunst. La réalité dépasse la fiction» erschienen, das vom Künstlerduo Com&Com (Marcus Gossolt und Johannes M. Hedinger) herausgegeben wird und ihm zugleich als Werkverzeichnis und künstlerische Retrospektive dient. Teil der Publikation: Ein umfangreicher Lexikonteil. Weiterlesen

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Mindener Gespräche

“Heimatforscher” “Heimat”forscher geworden? Nein, ganz so schlimm ist es dann doch nicht. Ich bin dank einer umfangreicheren ↳Bibliographie auf eine Publikation in einem obskuren Sammelband aufmerksam geworden, für die sich dann auf einer ↳dänischen Seite tatsächlich noch das mutmaßliche Titelblatt aufstöbern ließ.

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Selbstreferenz, Fremdreferenz und kauzige Irre

Gestern Abend hörte ich den Vortrag einen Mitschnitt des Vortrags »”Alteuropa” und “Der Soziologe” – Wie verhält sich Niklas Luhmanns Theorie zur philosophischen Tradition?« von Hans Ulrich Gumbrecht.¹

Gumbrecht entwickelt auf kurzweilige Art und Weise eine Skizze der Luhmann’schen Selbst- und Fremdreferenzen, die (wie sollte es anders sein?) in hohem Maße von der Beobachterposition des Vortragenden und seinen eigenen Unterscheidungen geprägt ist; diese Überlegungen ergeben dabei aber eine interessante Konstruktion: Gumbrechts Fremdreferenz auf Luhmanns Fremdreferenz, die nach Gumbrecht insgeheim eine (“schräge”) Selbstreferenz Luhmanns ist. Eine kurze Passage, in der Verweise auf andere Theoretiker in Luhmanns Werk thematisiert werden:

Etwas ähnliches geschieht drittens, wenn Luhmann andere Theorieautoren zitiert. Er zitiert ja andere Theorieautoren immer ohne weitere Einführung, so dass man als Leser permanent ein schlechtes Gewissen hat, weil man normalerweise diese Theorieautoren nicht kennt. Also er fängt dann an, sagt: “Spencer Brown sagt…” – Spencer Brown? Keine Ahnung. Aber der Fall ist eigentlich, dass Gotthard Günther, auf den Luhmann immer wieder kanonisch verweist als den Erfinder der dreiwertigen Logik, also auf Nachfrage bei meinen philosophischen Kollegen keinerlei Rolle in der Geschichte der Logik des 20. Jahrhunderts spielt. Dass Humberto Maturana, “der große Biologe der Vision” in Luhmanns Büchern, also ganz bestimmt kein Kandidat für einen naturwissenschaftlichen Nobelpreis je war, nicht einmal für einen chilenischen Nationalpreis. Dass Fritz Heider, auf den Luhmann immer wieder verweist, einzig und allein der Autor eines einzigen Aufsatzes zum Begriff der Form, übrigens aus dem Jahr 1926, ist. Dass Heinz von Foerster ein sympathischer, kauziger, emeritierter Ingenieurswissenschaftler ist. Und ich möchte auch noch darauf hinweisen, dass meine Kollegen im Department of Mathematics in Stanford George Spencer Brown, und ich übertreibe nicht, mit Verlaub für einen armen Irren halten. Für einen armen Irren der Mathematik. Obwohl ich gehört habe, dass alle Soziologieinstitute in Deutschland, die auf sich halten, mindestens einen Spencer Brown-Spezialisten bezahlen.

So fragt man sich also am Ende, ob nicht all diese Fremdreferenzen auf vermeintliche Theorieautoritäten Permutationen des Namens Niklas Luhmann sind.

Der Vortrag ist ebenso unterhaltsam wie empfehlenswert (allein unter humoristischen Gesichtspunkten). Ansonsten gilt: Alles nicht zu ernst nehmen.


¹ In: Stephan Krass (Hg.): Niklas Luhmann — Beobachtungen der Moderne. CD in der Reihe “Freiburger Reden—Denker auf der Bühne.” Edition SWR2. Heidelberg (Carl-Auer-Systeme Verlag) 2000.

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#Esposito

Ich bin soeben bei der Lektüre des äußerst empfehlenswerten Sammelbandes „Was ist ein Medium?“[1. MÜNKER, Stefan, ROESLER, Alexander (Hg.): Was ist ein Medium, Frankfurt/Main 2008.] auf den Aufsatz von Elena Esposito gestoßen.[2. ESPOSITO, Elena: Die normale Unwahrscheinlichkeit der Medien: der Fall des Geldes, S. 112 – 130.] gestoßen. Sie beginnt mit der Feststellung, dass wir gegenwärtig über eine Vielzahl von Medientheorien verfügen, ohne eine echte Theorie des Mediums zu haben.[3. Vgl. ebd, S. 112.] Im Anschluß votiert Esposito für einen abstrakten Medienbegriff, der von Dringlichkeiten und scheinbaren Selbstverständlichkeiten Abstand nehmen kann – jenseits von unterkomplexen Vorstellungen des Mediums als Kanal.[4. Ebenda.] Wir werden auf diesen Aufsatz zurückkommen – zunächst ein Hinweis auf einen Vortrag Espositos vom 21.05.2008 im Rahmen des Bochumer Kolloquiums Medienwissenschaft.

Post Scriptum: Auch Friedrich Kittler gehörte zu den Referenten der Tagung. Sein Beitrag „Ontologie der Medien“ findet sich hier.


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Pädagogische Medientheorie

Ich bin letzte Woche [via] auf einen interessanten Sammelband mit dem Titel „Pädagogische Medientheorie“ gestoßen, der von Johannes Fromme und Werner Sesink herausgegeben wird.

Neben den Beiträgen von Winfried Marotzki, Benjamin Jörissen („Wissen, Artikulation und Biographie: theoretische Aspekte einer Strukturalen Medienbildung“) und Torsten Meyer („Zwischen Kanal und Lebens-Mittel: pädagogisches Medium und mediologisches Milieu“) bin ich insbesondere auf den Artikel von Norbert Meder gespannt („Die Luhmannsche Systemtheorie und der Medienbegriff“), von dem ich mir gerade mit Blick auf die seltsamen Schleifen viel verspreche.