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„The good news is, it’s going to get worse…“

Am 26. September 2011 sprach der Autor und TV-Produzent David Simon im Rahmen der Frank Porter Graham Lectures vor Studierenden der University of North Carolina. Simon skizziert in seinem Vortrag „The End of the American Empire and What’s in It For You“ Zusammenhänge, die maßgeblich zu einem als Krisenphänomen beobachteten Ordnungsverlust in den USA beigetragen haben und bis heute tun.

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Neu-[Form]-ationen. Heute: Der Kongress.

one way
Nach den letzten Erörterungen zu den Geschehnissen rund um die deutschsprachige Wikipedia habe ich begonnen, empirische Daten zur Herausbildung neuer Interaktions- und Organisationsformen im Zuge der Umstellung des gesellschaftlichen Hauptverbreitungsmediums zu suchen und zu archivieren. Dabei bin ich auf den spannenden Bericht Torsten Meyers zum Bundeskongress der Kunstpädagogik in Düsseldorf gestoßen: Dieser Artikel ist äußerst lesenswert, denn er berührt explizit die Frage nach einer angemessenen Form des wissenschaftlichen Kongresses. Ein (um einige Hyperlinks ergänzter) Ausschnitt aus meinem Kommentar. Weiterlesen

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Als Antwort (bzw. Anschlussfrage) auf den ↳Tweet von ↳@stefanervousboy. Fragmente aus Niklas Luhmann: Die Politik der Gesellschaft, Frankfurt/Main 2002.

“Die Gewalt des Staates wird eingesetzt, um Gewalttätigkeiten anderer Provenienz zu unterbinden – mit mehr oder weniger Erfolg, wie man weiß, aber doch als Stütze für Erwartungen. Mit dem Begriff der Gewalt ist also eine negative Selbstreferenz (und folglich: eine Paradoxie) verbunden. Gewalt dient der Austreibung von Gewalt. […]

Der Begriff selbst bezeichnet sowohl ausschließende als auch ausgeschlossene Gewalt. Er bezeichnet einen Fall von Einschließen des Ausschließens und ist insofern ein paradoxer Begriff.

Mit dem Begriff der Staatsgewalt wird dann eine Auflösung dieses Paradoxes bezeichnet. Er führt (in heutiger Terminologie) zu der Unterscheidung von legitimer und nichtlegitimer Gewalt und postuliert für Staatsgewalt Legitimität.
Obwohl die Legitimität der Staatsgewalt (als Teil ihres Begriffs) automatisch zufällt, ist sie trotzdem Gegenstand kontinuierlicher Bemühung. Sie muß in der Unterscheidung legitim/nicht- legitim behauptet werden. Auf operativer Ebene heißt dies, daß die Staatsgewalt Verletzungen ihrer Regeln nicht gleichmütig geschehen lassen kann, sondern sich zeigen und reagieren muß. Auf semantischer Ebene heißt dies, daß rechtfertigende Gründe (Semantiken, Ideologien) ausgearbeitet werden müssen, die erklären, wofür die legitime Gewalt sich einsetzt.” (S. 192f.)

Think Tanks zur kontinuierlichen Behauptung der Legitimität auf semantischer Ebene? [Edit: ;-)]

Wenn in Binnendifferenzierungsprozessen die Organisationsform gewählt wird (also zwischen Mitgliedern und Nichtmitgliedern unterschieden werden kann) – haben wir es bei der Universität der Bundeswehr mit einem Subsystem der Politik zu tun? Wohl kaum. Es liegt nahe, an Wissenschaft zu denken, denn auch Kommunikationen an Bundeswehruniversitäten greifen auf das Erfolgsmedium Wahrheit zurück – und nicht etwa auf Macht. Alles eine Frage der Organisation (Auswahlverfahren der Offizierbewerberprüfzentrale, charakterliche Eignungstests, allgemein-militärische Ausbildung als Voraussetzung, Regelverpflichtungszeiten etc. – vgl. den entsprechenden ↳Wikipedia-Artikel)?