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(Lern–)Räume der nächsten Gesellschaft.
Ein Rückblick auf das Bremer EduCamp


Am letzten Wochenende, am 18. und 19. März, fand in Bremen das siebte EduCamp im deutschsprachigen Raum statt. Es handelte sich dabei um eine kenntnisreich und passioniert organisierte Unkonferenz, für deren Ermöglichung dem Team um Thomas Bernhardt Dank und Respekt gebührt. Nach und nach beginnen die Dokumentation und Aufarbeitung des Barcamps.
Ich möchte im folgenden Beitrag kurz auf einen Aspekt eingehen, der meines Erachtens entscheidend zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen hat und an dem exemplarisch für die Zukunft – nicht nur der EduCamps! – gelernt werden kann: Raum. Ein Begriff, der gegenwärtig und quer durch alle Disziplinen eine unerwartete Renaissance erlebt und mit dessen Verwendung man sich große Hypotheken einhandelt. Im Folgenden sei daher unter Bezug auf „Raum“ nicht nur (aber auch) von archtitektonischer Umgebung die Rede, sondern von Umgebungen in einem erweiterten Sinne: Ich schlage vor, Raum als Medium zu begreifen, dass Form-Bildungen gestattet – eine Lesart, die digitale Räume explizit nicht ausschließt und die Unterscheidung von Analog/Digital von vornherein zu unterlaufen versucht. Weiterlesen

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Die nächste Stadt. Eine Simulation

urbs, urbis
»Die nächste Stadt, wenn die Anzeichen nicht täuschen, ist eine virtuelle Stadt (franz. virtuel, fähig zu wirken, möglich, lat. virtus, Tugend, Tüchtigkeit, Kraft, Männlichkeit), insofern sie sich zum Medium (lat. medium, die Mitte, das Mittel) ihrer selbst macht. Strenger noch als die moderne Stadt ist sie darüber hinaus ein urbaner Raum, der als solcher auf der Erde kein Außen mehr kennt.« (Baecker) Weiterlesen

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SZ: Schanze, Gentrification, tertiumdatur

»Die „Schanze“ ist mittlerweile eine feste Adresse für jede Klassenreise nach Hamburg sowie der Stolz der Hamburg-Werbung. Diesen Ruhm verdankt sie vor allem dem Vergnügungs- und dem Krawall-Tourismus. Auf letztlich sechs Straßen im nördlichen St. Pauli ballt sich ein Angebot an Läden, Kneipen, Friseuren und Imbissen, das 362 Tage im Jahr von jungen Besuchern lebt, drei Tage aber von angereisten Autonomen attackiert wird, die gegen den Staat und die „Gentrification“ kämpfen wollen. Obwohl das Viertel einst als Kreativreaktor der Stadt galt, geprägt von Musikern, Künstlern, Netzaktivisten, Modemachern und Architekten, hat die Polarisierung zwischen Schaufenster-Glotzen und -Einschmeißen bedenklich zugenommen. Als Einkaufszentrum für Jugendmoden und Kampfplatz für Schrebergarten-Anarchismus ist das kulturelle Flair der Schanze stark verblasst.« (SZ vom 21.07. 2009, S. 13)

Die Kontrastierung von „Schaufenster-Glotzen und -Einschmeißen∑ gefällt mir. Mit Blick auf den pop-autonomen Dresscode sollte man sich aber die Frage stellen, ob es sich dabei wirklich um eine eine strikte Entweder/Oder-Unterscheidung handelt – oder ob nicht wahlweise auch tagsüber gezahlt und des Nachts eingeschmissen werden kann…

(Foto: Auschnitt aus dem Bild „Himmel über Flora“ von Jan Koch)