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Als Antwort (bzw. Anschlussfrage) auf den ↳Tweet von ↳@stefanervousboy. Fragmente aus Niklas Luhmann: Die Politik der Gesellschaft, Frankfurt/Main 2002.

“Die Gewalt des Staates wird eingesetzt, um Gewalttätigkeiten anderer Provenienz zu unterbinden – mit mehr oder weniger Erfolg, wie man weiß, aber doch als Stütze für Erwartungen. Mit dem Begriff der Gewalt ist also eine negative Selbstreferenz (und folglich: eine Paradoxie) verbunden. Gewalt dient der Austreibung von Gewalt. […]

Der Begriff selbst bezeichnet sowohl ausschließende als auch ausgeschlossene Gewalt. Er bezeichnet einen Fall von Einschließen des Ausschließens und ist insofern ein paradoxer Begriff.

Mit dem Begriff der Staatsgewalt wird dann eine Auflösung dieses Paradoxes bezeichnet. Er führt (in heutiger Terminologie) zu der Unterscheidung von legitimer und nichtlegitimer Gewalt und postuliert für Staatsgewalt Legitimität.
Obwohl die Legitimität der Staatsgewalt (als Teil ihres Begriffs) automatisch zufällt, ist sie trotzdem Gegenstand kontinuierlicher Bemühung. Sie muß in der Unterscheidung legitim/nicht- legitim behauptet werden. Auf operativer Ebene heißt dies, daß die Staatsgewalt Verletzungen ihrer Regeln nicht gleichmütig geschehen lassen kann, sondern sich zeigen und reagieren muß. Auf semantischer Ebene heißt dies, daß rechtfertigende Gründe (Semantiken, Ideologien) ausgearbeitet werden müssen, die erklären, wofür die legitime Gewalt sich einsetzt.” (S. 192f.)

Think Tanks zur kontinuierlichen Behauptung der Legitimität auf semantischer Ebene? [Edit: ;-)]

Wenn in Binnendifferenzierungsprozessen die Organisationsform gewählt wird (also zwischen Mitgliedern und Nichtmitgliedern unterschieden werden kann) – haben wir es bei der Universität der Bundeswehr mit einem Subsystem der Politik zu tun? Wohl kaum. Es liegt nahe, an Wissenschaft zu denken, denn auch Kommunikationen an Bundeswehruniversitäten greifen auf das Erfolgsmedium Wahrheit zurück – und nicht etwa auf Macht. Alles eine Frage der Organisation (Auswahlverfahren der Offizierbewerberprüfzentrale, charakterliche Eignungstests, allgemein-militärische Ausbildung als Voraussetzung, Regelverpflichtungszeiten etc. – vgl. den entsprechenden ↳Wikipedia-Artikel)?